5.Platz Ironman European Championship & Hawaii Qualifikation

5.Platz Ironman European Championship & Hawaii Qualifikation

Wie knapp Erfolg und Misserfolg im Sport oft nebeneinander liegen können, wurde uns an den vergangenen zwei Wochenenden wieder einmal deutlich vor Augen geführt! Musste Michi bei ihrem Heimrennen, dem Ironman Austria am 02.07., mit gesundheitlichen Problemen bitter enttäuscht aufgeben, meldete sie sich eine Woche später beim Ironman Frankfurt (European Championship) mit einer soliden Leistung zurück und konnte sich am Ende nicht nur über einen guten 5.Platz bei der EM freuen, sondern vor allem über den momentanen 10.Platz im Kona-Pro-Ranking, was bedeutet, dass die Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii gesichert ist!


PLAN A: IRONMAN AUSTRIA

Michis gesamtes Training der letzten Wochen war ganz klar auf DAS Triathlon-Event Österreichs, dem Ironman Austria, ausgerichtet. Nach dem 2.Platz im Vorjahr und der erfolgreichen 1.Saisonhälfte waren die Erwartungen für ihr 2.Saisonhighlight natürlich groß. Die Vorbereitungen waren größtenteils gut und planmäßig verlaufen, wenngleich wir nun rückblickend ein paar Fehler entdecken konnten. Aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer klüger…nicht klug war sicherlich, die Anzeichen einer Verkühlung am Beginn der Rennwoche zu ignorieren. In der Aufregung und Vorfreude schenkten wir dem Halskratzen und der vollen Nase keine Aufmerksamkeit und schoben die Symptome und die schmerzenden Muskeln auf die Taper-Müdigkeit bzw. auf die Nervosität. Viel Zeit zum Nachdenken blieb in den Tagen vor dem Wettkampf mit Pressekonferenz, Race-Briefing, Interviews und Sponsorentreffen ohnehin nicht und so stand Michi am Sonntag Morgen top motiviert und fokussiert am Start. Das Rennen begann zunächst noch sehr erfreulich. Nach einer guten Schwimmleistung stieg Michi als 2.Dame hinter Michelle Vesterby aus dem Wasser. Doch am Rad war dann leider schnell klar, dass es nicht Michis Tag werden würde.
Michi: „Obwohl ich mich gut versorgte, fühlte ich mich bereits nach zwei Stunden Renndauer völlig leer und komplett kraftlos. Ich versuchte alles, um ins Rennen zu finden und hoffte, das meine Beine mit zunehmender Renndauer – wie es oft schon der Fall war- besser wurden. Aber genau das Gegenteil passierte. Ich quälte mich über jeden Anstieg durch die erste Runde. Noch immer auf Platz 3 liegend, wollte ich auf jeden Fall weiterkämpfen. Doch als der Druck in meinen Nasen-Nebenhöhlen immer stärker wurde, ich zunehmend Atem-und Kreislaufprobleme bekam und trotz der Anstrengung zu frieren begann, war mir klar, dass etwas nicht stimmte und ich das Ziel an diesem Tag nicht sehen würde! Bei Kilometer 120 musste ich dann einsehen, dass es so keinen Sinn machte weiterzumachen, dafür war das Rennen einfach noch viel zu lange. Meine Enttäuschung war riesig. Als ich neben der Straße stand und die anderen Athleten an mir vorbeifahren sah, war ich am Boden zerstört! Meine Tränen flossen non stop. Ein DNF ist für einen Sportler immer bitter und bei einem Heimrennen mit so vielen bekannten Gesichtern, der Familie und den Freunden an der Strecke ist es die Hölle! Aber ein Ironman ist kein Spaziergang und wenn der Körper streikt, hat man keine Chance. Ich bin leider – oder Gott sei Dank – keine Maschine und im Sport gehören leider auch solche schlechten Tage dazu. Ich wusste zwar, dass ich mich richtig entschieden hatte. Trotzdem kamen unaufhaltsam Zweifel, ob ich nicht doch irgendwie weitermachen hätte können und Überlegungen, was ich falsch gemacht hatte. Der Arztbesuch und die Blutuntersuchung am Montag brachten dann zumindest etwas Klarheit und die Bestätigung, dass mein Körper mit einem Infekt zu kämpfen hatte. Der Ironman Austria war Geschichte und es machte keinen Sinn mehr, noch mehr Tränen und Energie daran zu verlieren! Die Frage war nun, wie machen wir weiter?“

Zum Glück gibt es im Leben immer einen Plan B…und der hieß: IRONMAN FRANKFURT:

Michi hatte sich auf Anraten unseres Trainers zur Sicherheit auch für den Ironman Frankfurt angemeldet, sozusagen als „Back-Up-Race“, dass sie im Falle eines technischen Defekts in Kärnten noch eine weitere Chance hatte, wichtige Punkte für die Hawaii-Qualifikation zu sammeln. Das Problem war nur, dass der Defekt nun körperlicher Natur war und wir nicht wussten, ob Michi bis zum Sonntag wieder rechtzeitig fit wurde und ein Start Sinn geschweige denn gesundheitlich ratsam war. In Hinblick auf das große Saisonziel Hawaii mussten wir uns die Option eines Starts aber auf jeden Fall offen halten – das ärztliche Go natürlich vorausgesetzt. Nach einem neuerlichen Blutcheck bekam sie dann grünes Licht und so ging es am Donnerstag ab nach Frankfurt. Sich auf ein Championship-Rennen unter solchen Voraussetzungen so kurzfristig einzustellen, war nicht gerade einfach. Die Unsicherheit, ob der Körper mitspielen würde und die Angst, wieder aufgeben zu müssen, schwirrten logischerweise im Hinterkopf umher. Oberstes Ziel für Sonntag war in erster Linie das Ziel in den Top 10 zu erreichen, um das Hawaii-Ticket zu fixieren. Der Plan war zu Beginn mit etwas angezogener Handbremse zu starten und das Rennen eher defensiv anzugehen…und dieses Mal funktionierte der Plan wieder – sogar deutlich besser als ursprünglich gedacht:


Michi: „Wie schon in Klagenfurt, klappte das Schwimmen auch in Frankfurt – dieses Mal ohne Neopren – sehr gut und ich konnte mich in der ersten dreiköpfigen Verfolgergruppe platzieren und stieg als 6.Dame aus dem Wasser. Am Rad fühlte ich mich von Anfang an um einiges besser als eine Woche zuvor in Kärnten und ich hatte wieder wie gewohnt Kraft in den Anstiegen. Ich kannte die Radstrecke nur aus Erzählungen, aber sie hielt auf jeden Fall was sie versprach- sehr abwechslungsreich, gespickt mit einigen tollen „Hotspots“ wie „The Hell“ – eine Kopfsteinpflaster-Passage oder den „Heartbreak-Hill“ mit Tour de France-Feeling und vielen begeisterten Zuschauern! Ich wechselte als 5.Dame, knapp hinter der Amerikanerin Liz Lyles auf die Laufstrecke. Obwohl ich mich noch immer überraschend gut fühlte, wusste ich, dass ich den Marathon aufgrund der großen Hitze langsam angehen musste. Das Tempo von Lyles und Alexandra Tondeur war mir für den Anfang zu schnell. Ich wollte mir noch Reserven für den zweiten Halbmarathon aufheben. Als ich schließlich Anja Beranek überholte und hörte, dass mir nur mehr 1,5 Minuten auf Platz 3 & 4 fehlten, liebäugelte ich sogar ganz kurz mit einem möglichen Podestplatz. Aber diesen Gedanken musste ich dann ziemlich schnell wieder verwerfen, denn leider hatte ich an diesem Tag keinen „Texas-Lauf“ im Ärmel! Bereits ab Kilometer 17 bekam ich plötzlich Schwierigkeiten. Obwohl ich mich gut kühlte, regelmäßig Zucker und Salz zu mir nahm, hatte ich permanent ein Schwindelgefühl im Kopf und ab Kilometer 30 begann meine Oberschenkelmuskulatur zuzumachen. Von da an hieß es nur mehr kämpfen und den 5.Platz sicher ins Ziel bringen! Nach 09:05:09 hatte ich es schließlich geschafft und ich konnte den genialen Zieleinlauf am Römerberg als 5.Dame der stark besetzten Europameisterschaft genießen! Meine Freude und Erleichterung waren riesig! Nach der Enttäuschung beim IM Austria, der großen Unsicherheit während der gesamten Woche und der vielen Fragezeichen vor dem Rennen, war ich mit diesem Ergebnis und meiner Leistung mehr als zufrieden. Mit diesen 5.Platz konnte ich nochmals ordentlich Punkte sammeln und mich im Kona-Pro-Ranking momentan sogar auf den 10.Platz vorschieben – was so viel heißt wie „Kona is calling & mission completed“ 🙂

Zwei aufregende, ereignisreiche Wochenenden inklusive Achterbahnfahrt der Gefühle liegen nun hinter uns. Wie so oft im Leben, kam alles anders als geplant! Aber wer weiß, wozu es gut war und wir können zumindest sagen, dass wir das Beste daraus gemacht haben!
Mit dem Hawaii-Ticket sicher in der Tasche kann Michi ihrem Körper nun genügend Zeit zur Erholung geben, bevor sie dann gezielt die Kona-Vorbereitung in Angriff nehmen wird!

Vielen Dank für euer Daumendrücken & Mitfiebern!
Bis bald
Michi & Dani

5th place European Championship Frankfurt & Kona qualification

We are looking back on two very exciting weekends of racing and mixed emotions. Success and failure often lie side by side in sport. Due to illness Michi had to pull out of Ironman Austria on 2nd of July. Pulling out is always a hard thing to do and a DNF is very hard to take – especially when it’s a home race! But sometimes it’s unavoidable! Luckily our plan B was working: one week later Michi could bounce back strong at Ironman European Championship Frankfurt. With a solid performance she could finish 5th in a very strong field!
Michi: „After the big disappointment at IM Austria I’m so happy that I could race and finish well this weekend and that I could secure the qualification for the Ironman World Championship in Hawaii! At the moment I’m listed 10th in the Kona-Pro-Ranking – how cool ist that :-)?!? Now I can have a good rest before we will focus on the Kona preparation! „

Fotocredit: Ingo Kutsche