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2.Platz Ironman Louisville

Am 14.10.2017 hatte ich mir bei der Ironman WM auf Hawaii eine Fraktur meines 2.& 3. Mittelfußknochens zugezogen. Genau ein Jahr später, am 14.10.2018 stand ich in Louisville/Kentucky wieder gesund und fit an der Startlinie eines Ironmans – diese Tatsache alleine war für mich bereits ein großer Erfolg. Ich war mit meinem bisherigen Saisonverlauf nach der Verletzung nicht unzufrieden (7 absolvierte Rennen – 1 Olympische Distanz/ 6 Mitteldistanzen – darunter zwei Siege und ein WM Top 15 Ergebnis), aber ich vermisste es sehr, auf meiner Lieblingsdistanz, der Langdistanz, zu starten. Meine Vorfreude auf den IM Louisville war dementsprechend groß – die Ungewissheit, wie ich mich nach einem Jahr Ironman-Pause schlagen würde, allerdings ebenso.

Mein oberstes Ziel war es in erster Linie, ein gutes Rennen zu absolvieren und den Marathon ohne Fußprobleme bewältigen zu können. Natürlich reiste ich aber auch mit Podiumsambitionen nach Amerika und nachdem sich das Qualifikationssystem für die Ironman WM auf Hawaii nun verändert hat (Sieg = Qualifikation) würde genau genommen nur der 1.Platz zählen!
Ich hatte gut trainiert und war bereit für die große Herausforderung. Die letzten Trainingseinheiten vor dem Rennen stimmten mich zuversichtlich und gaben mir, vor allem was das Laufen anging, nochmal richtig Selbstvertrauen. Ich fühlte mich von Anfang an wohl in Louisville und war von der Stadt und der Gegend positiv überrascht. Wir hatten auch wieder riesiges Glück mit unserem Homestay und hätten uns keine bessere „Gastmutter“ wünschen können. Alles passte…

 

…bis drei Tage vor dem Wettkampf eine Kaltfront über Kentucky hereinzog. Schwitzten wir zu Beginn der Woche noch bei über 30 Grad und Sonnenschein, wachten wir am Donnerstag Morgen bei schockierend kalten 5 Grad auf. Ich versuchte optimistisch zu bleiben, zumindest schien die Sonne nach wie vor und die Hoffnung, dass es bis zum Wettkampf am Sonntag wieder wärmer werden würde, lebte – erfüllte sich jedoch leider nicht. Ganz im Gegenteil: zu den kalten Temperaturen wurde noch eine Regenwahrscheinlichkeit von 90% vorhergesagt. Als mir bei meiner Wettkampfvorbereitung am Samstag -warm angezogen und ohne Regen – nach einer Stunde Radfahren schon brutal kalt wurde, schwappte meine Zuversicht in regelrechte Panik über. Wie sollte ich 180 Kilometer bei dieser Kälte und zusätzlicher Nässe bewältigen? Es musste schnell ein Plan her…und wir machten uns am Nachmittag in Louisville noch auf die Suche nach einem Radgeschäft, um wärmere Überschuhe und Handschuhe zu besorgen – passend für meine Größe keine leichte Aufgabe, aber zum Glück wurden wir fündig. Klar war, dass ich nach dem Schwimmen in der ersten Wechselzone so viel wie möglich anziehen musste, auch wenn das eine langsame Wechselzeit bedeutete und eine Katastrophe in Hinblick auf jegliche Aerodynamik darstellte. Das musste ich einfach in Kauf nehmen, wenn ich durchkommen wollte…und das wollte ich unbedingt: all die Vorbereitung, die weite mit Kosten verbundene Anreise, Dani hatte sich extra Urlaub genommen…

Obwohl mir solche Bedingungen alles andere als liegen, versuchte ich am Rennmorgen positiv zu bleiben. Der Start sollte um 7:25 Uhr erfolgen. Um 7:00 Uhr ertönte dann die Ansage, der Start würde sich auf 8:00 Uhr verschieben und die Schwimmstrecke müsste aufgrund der starken Strömung im Ohio River verkürzt werden. Zeit zum Ärgern blieb nicht, es galt sich auf die neue Situation einzustellen und vor allem warm zu bleiben…und dann ging es endlich los: ich erwischte einen guten Start und hatte super Arme. Bei der zweiten Boje, die wir diagonal gegen die Strömung anschwimmen mussten, konnte ich den Grund für die Kürzung der Schwimmstrecke nachvollziehen: die Strömung war so stark, dass ich die Boje zwar sah, aber irgendwie nicht wirklich näher kam und als ich es geschafft hatte, drückte es mich mit einer Wucht unter Wasser gegen die Verankerung der Boje, dass ich mit dem Fuß hängen blieb und für einen kurzen Augenblick dachte, ich müsste ertrinken. (Im Nachhinein erfuhr ich, dass viele andere die gleichen Probleme hatten) Nach diesem Schreckmoment brauchte ich etwas bis ich wieder ins Schwimmen kam, ich war zwar nun alleine unterwegs aber von da an ging es schnell, stromabwärts zum Schwimmausstieg. Trotz meines langsamen Wechsels stieg ich dann als 3.Dame mit Überschuhen, Handschuhen, Arm-/Kniewärmern, Stirnband, Halstuch, Regenjacke aufs Rad. Selbst in dieser vollen Montur war mir bereits nach 45 Minuten so kalt, dass ich ärgste Zweifel hatte, das Ziel an diesem Tag überhaupt erreichen zu können. Meine Finger waren derart steif, dass ich Mühe hatte, meine Trinkflaschen/die Ernährung zu greifen, selbst das Drücken der elektronischen Schaltung mit meinen Daumen war zum Teil nicht mehr so leicht. Mein Gesicht und mein ganzer Körper waren wie eingefroren. Nach rund 30km stand Dani am Streckenrand und ich war kurz davor, bei ihm stehen zu bleiben und das Rennen zu beenden. Ich brachte es aber nicht übers Herz und hatte ständig das Zitat „I didn’t come this far, to only come this far!“ im Kopf und so fuhr ich halb weinend bei ihm vorbei.

Ich beschloss für mich, alles zu geben und so lange zu fahren, bis es wirklich nicht mehr gehen würde. Ich fühlte mich nicht wie in einem Wettkampf, sondern vielmehr wie in einem „Survival-Camp“. Die Strecke war bis auf die ersten und letzten 30 Kilometer sehr hügelig (insgesamt rund 1500HM). Ich versuchte die Anstiege voll zu fahren, um etwas auf Temperatur zu kommen. Ich hatte keine Ahnung wie groß der Abstand nach vorne war. Das war mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt auch egal. Ich wollte es einfach nur irgendwie in die zweite Wechselzone schaffen. Das gelang mir und ich war so froh, endlich laufen zu dürfen. Nun wusste ich, dass ich ins Ziel kommen würde. Dani informierte mich, dass der Abstand aufs Podium 8 Minuten betrug und die Führende mit 18 Minuten weit voraus lag – nicht gerade das, was ich hören wollte! Jetzt hieß es richtig Gas geben. Ich fand überraschend schnell einen super Rhythmus und trotz der kalten Muskeln, fühlte sich mein Laufen richtig gut an.

Ich hatte nichts zu verlieren und startete meine Aufholjagd. Ich konnte mich schnell auf Platz 3 vorarbeiten, kämpfte weiter und 5 Kilometer vorm Ziel überholte ich noch Vorjahressiegerin Lisa Roberts. Auch der Abstand auf die Erstplatzierte Jennifer Spieldenner schrumpfte, aber die Zeit reichte nicht mehr aus und ich bog schließlich als Zweite mit gemischten Gefühlen in den Zielkanal auf der 4th Street.

Ein 2.Platz bei meinem Langdistanz-Comeback bei solch schweren Bedingungen – an sich ein gutes Ergebnis. Ich bin stolz auf mich, dass ich mich durchgekämpft habe und habe wieder einmal gesehen, wie viel man alleine mit einem starken Kopf schaffen kann. Das beeindruckt und fasziniert mich immer aufs Neue und ist genau der Grund, warum mich die Langdistanz so reizt! Außerdem freue mich riesig über die schnellste Marathonzeit von 03:00:22 OHNE Fußprobleme! Dafür bin ich mehr als dankbar!

Aber logisch, ich habe mich schon mal mehr über einen 2.Platz gefreut! (Mittlerweile 4x IM Platz 2)
Dass ich am Ende den Sieg und somit die Hawaii-Qualifikation doch so knapp, um zwei Minuten, verpasst habe, schmerzt schon etwas. Im Nachhinein findet man in einem Wettkampf von ungefähr 9 Stunden doch ein paar Gelegenheiten, in denen man vielleicht die zwei Minuten hätte gutmachen können – aber dann auch wieder nicht. Ich weiß, ich habe mein Bestmögliches an diesem Tag gegeben. Jedoch meine Leistung am Rad ist einfach nicht da, wo sie sein muss. Beim Radfahren hatte ich die gesamte Saison über schon mein größtes Defizit. Das gilt es nun nochmal genauer zu analysieren und für kommendes Jahr zu verbessern. Gleichzeitig werde ich all das Positive aus diesem letzten Rennen fürs Wintertraining mitnehmen – Motivation und Ansporn für 2019 sollte ich jetzt mehr als genug haben! Doch zuerst ist mal etwas Erholung angesagt!

Großes Dankeschön an meinen Schatz Dani, der mich einmal mehr bestens betreut hat, an unsere Gastmama Molly, meinen Coach Woody und natürlich an meine Familie und meine Sponsoren/Ausrüster.

Bis bald
Michi

15.Platz Ironman 70.3 World Championship Nelson Mandela Bay/ Südafrika

Die Ironman 70.3 WM hatten wir für die Saison 2018 ursprünglich gar nicht auf dem Radar, vielmehr lebte anfangs noch die Hoffnung, sich wieder für die Ironman WM auf Hawaii zu qualifizieren. Nachdem Michis Genesungsprozess nach der Fußverletzung aber doch länger gedauert hatte, mussten wir dann Anfang Juni einsehen, dass Kona in diesem Jahr kein Thema werden würde. Auf Biegen und (im wahrsten Sinn des Wortes) Brechen wollten wir die Qualifikation, sprich das Punktesammeln nicht weiter verfolgen. Ein oder vermutlich zwei gute Ironman-Ergebnisse wären auf jeden Fall für die Quali nötig gewesen und Michi fühlte sich noch nicht wieder bereit, einen vollen Marathon zu laufen. Auch wenn es mit Sicherheit die vernünftigere Entscheidung war – vor allem auch in Hinblick auf Michis weitere sportliche Zukunft – fiel sie uns alles andere als leicht und die Enttäuschung war dementsprechend groß.
Doch manchmal muss man vielleicht einen Schritt zurück machen, um wieder vorwärts zu kommen. Erfreulicherweise bewahrheitete sich die berühmte Redensart „wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich dafür eine andere“…denn kurz darauf erfuhr Michi, dass sie sich für die Ironman 70.3 WM Nelson Mandela Bay/Südafrika qualifiziert hatte. Wir waren zunächst unsicher, ob Michi den Slot überhaupt annehmen sollte…Südafrika liegt ja nicht gerade ums Eck, das Thema Kriminalität und Sicherheit beschäftigte uns ebenfalls und wirklich große Chancen konnte sich Michi auf der Halbdistanz nicht ausrechnen. Aber die Möglichkeit, als Profi bei einer WM zu dabei zu sein, ist in unseren Augen einfach etwas Besonderes und außerdem war die Qualifikation genau der nötige Motivationsschub, den Michi im Training gerade brauchte. Mit einem neuen großen Ziel vor Augen, trainierte es sich gleich wieder um einiges besser. Viel Zeit war bis zum Wettkampf am 01.September aber nicht mehr und da die Form, vor allem am Rad, noch nicht wirklich WM-würdig war, entschied sich Michi Anfang August für einen Intensiv-Trainingsblock auf Lanzarote, um noch das Optimum herausholen zu können. Gerade die dort vorherrschenden windigen, rauen Bedingungen sollten sich, den Erzählungen nach, ideal als Vorbereitung für Südafrika eignen. Wir waren sehr gespannt, was uns erwarten würde und mit dem Ziel einer Top 15 Platzierung, ging es dann nach Port Elizabeth.

Unser erster Eindruck von PE war gleich sehr positiv: mit der Wahl unseres Apartments hätten wir es kaum besser erwischen können, denn wir waren nicht weit vom Wettkampfgelände und der Lauf-und Radstrecke entfernt und der Hausbesitzer war selbst begeisterter Radfahrer und Triathlet. Uns war auch schnell klar, warum die Stadt „The Friendly City“ genannt wird. Die Leute, mit denen wir Kontakt hatten, waren durch die Bank wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Dass die Kriminalität durch die große Armut dennoch hoch sein musste, machten die hohen Mauern und Elektrozäune rund um die Wohnhäuser offensichtlich. Uns Österreicher ist einem dieses Gefühl der Unsicherheit, wenn man auf die Straße oder zum Trainieren geht, einfach fremd. Aber wir hielten uns an die Empfehlungen unseres Vermieters, vermieden es, sich nach Einbruch der Dunkelheit draußen aufzuhalten und wagten auch keine größeren Erkundungstouren mit unseren Rädern und so machten wir zum Glück keinerlei schlechte Erfahrungen. Erschrocken waren wir zu Beginn allerdings vom Wetter, denn wir hatten nicht wirklich bedacht, dass Ende August genau genommen noch Winter in Südafrika herrschte. Starker böiger Wind (PE trägt auch den Namen „The Windy City“), sehr kühle Temperaturen und ein erfrischendes Meer von gut 15° Grad brachten Michi in Hinblick auf den Wettkampf etwas ins Schwitzen. Doch der Wetterbericht versprach Besserung und die Bedingungen wurden bis zum Renntag tatsächlich täglich besser.
Hart würde das Rennen ohnehin werden: besonders in der Radstrecke sah Michi eine große Herausforderung. Sie hatte zwar nicht wirklich viele Höhenmeter, war aber aufgrund der größtenteils mehr als holprigen Straßen trotzdem sehr kräfteraubend.

Michi zum Rennen:
Dem Rennen in PE eilte ein sehr guter Ruf voraus und in meinen Augen erfüllte es wirklich alle Erwartungen. Bestens organisiert, schöne/anspruchsvolle Strecken, begeisterte Zuschauer an der Laufstrecke…und komplett getrennte – d.h. eigene – Rennen für Damen und Herren – was will man(n)/frau mehr? Besonders stimmungsvoll war das Vorstart -Prozedere mit der Athletenvorstellung, Trommlern, einem südafrikanischen Gebetsgesang und dem Spielen der Nationalhymne. Aber geladen an der Startlinie stehend, war ich sehr froh, als dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich um 7:30 der Kanonenschuss erfolgte und wir uns in die Fluten des Indischen Ozeans stürzen konnten. Ich erwischte einen guten Start, hatte gute Arme und konnte mich wie erwartet in der zweiten großen Gruppe platzieren. Die Ausgangslage nach dem Schwimmen war gut, aber wie schon so oft, schaffte ich es nicht, mich zu Beginn in der einer Gruppe zu platzieren und somit war ich für die restliche (90km lange) Radstrecke auf mich allein gestellt – für die Vorderen zu langsam, zu schnell für die Hinteren…doch ich war nach Südafrika gekommen, um alles aus mir rauszuholen und daher ließ ich keine negativen Gedanken aufkommen und pushte was ging. Im Vorfeld des Rennens machte mir eine muskuläre Verhärtung im Oberschenkel ziemlich zu schaffen. Aber dank Danis täglicher Behandlungen hatte ich soweit keine Probleme und ich brachte deutlich mehr Druck aufs Pedal als bei meinen letzten Rennen.

Abgesehen von den ersten 5 Damen, war der Abstand nach dem Radfahren sogar kleiner als erwartet und ich ging sehr motiviert auf den abschließenden Halbmarathon. Ich war zwar ziemlich platt vom Radfahren und meine Oberschenkelmuskulatur war mittlerweile schon etwas beleidigt. Trotzdem hatte ich kein schlechtes Gefühl, hörte nicht auf zu kämpfen und versuchte alles – aber leider vergeblich- um noch ein paar Plätze nach vorne gut zu machen. Am Ende war ich froh, als ich als 15.Dame in den Zielkanal einbiegen durfte. Mein Ziel – TOP 15 – hatte ich somit erreicht. Ich wusste, ich hatte alles gegeben und konnte mir an diesem Tag nicht viel vorwerfen.

Vor allem in Anbetracht meiner langwierigen Verletzung und fast 6 Monaten Laufpause bin ich zufrieden mit dem Ergebnis und überglücklich, dass ich schmerzfrei bin. Ich weiß, das ist nicht selbstverständlich. Langezeit hatte ich gedacht, dass ein schmerzfreies Laufen für mich nie mehr möglich wäre! #comebackstronger …klingt cool und schreibt sich leicht, es dann tatsächlich umzusetzen, ist aber echt hart…noch dazu wenn Niveau und Dichte von Jahr zu Jahr einfach noch höher werden! Die Zeiten, die mittlerweile abgeliefert werden, sind mehr als nur beeindruckend. Ich bin stolz mich mit den Schnellsten der Welt messen zu können und mich dabei gar nicht mal so schlecht zu schlagen…und ich bin vor allem eines: motiviert, weiter konsequent zu arbeiten und zu versuchen, den Abstand nach vorne zu verkleinern!
Ein riesiges DANKESCHÖN an alle, die mich auf diesem Weg unterstützen – allen voran mein Schatz Dani, meine Familie, mein Coach Alun Woodward, unsere Freunde und natürlich alle Sponsoren/Ausrüster!

 

Die Saison 2018 ist aber noch nicht vorbei und uns schwirrt schon wieder das nächste
Vorhaben im Kopf herum 😉 …mehr dazu etwas später!
Wir halten euch auf dem Laufenden!

Bis bald
Michi & Dani

2.Platz Trumer Triathlon/ Österreichische Staatsmeisterschaften (Mitteldistanz)

Nach 5 Jahren Trumer Triathlon Pause sollte es in diesem Jahr endlich wieder mit einem Start für Michi klappen. Vorfreude und Motivation auf das Heimevent in Obertrum waren groß: ein Rennen Zuhause ist immer etwas Besonderes und noch dazu ging es um den Österreichischen Staatstmeistertitel auf der Mitteldistanz. Auch wenn es schwer werden würde, Michis großes Ziel war natürlich, den Sieg und somit den Titel nach Salzburg zu holen. Aber ein Rennen ist bekanntlich kein Wunschkonzert und nach Wunsch verlief vergangenen Sonntag leider so manches nicht:

Michi zum Rennen:
Obwohl das Wetter am Rennmorgen nicht wirklich nach meinem Geschmack war, war ich fest entschlossen und bereit, auf heimischen Boden alles zu geben. Aber leider fehlte mir an diesem Tag von Anfang an der nötige Punch: schon beim Schwimmen fühlte ich mich bald nach dem Start kraftlos und konnte den Wasserschatten von Beatrice Weiss nicht lange halten. Nach den 1,9 Kilometern stieg ich wie erwartet – jedoch mit mehr Rückstand als erhofft (2 Minuten)- als 2.Dame hinter Beatrice aus dem Wasser. Es war anzunehmen, dass ich am Rad weiter Zeit nach vorne verlieren würde: die hügelige Radstrecke sollte mir zwar normalerweise entgegen kommen. Doch im Moment stehe ich mit der 2.Disziplin ein wenig auf Kriegsfuß und auch die nass-kalten Bedingungen spielten mir nicht unbedingt in die Karten. Aber manchmal muss man eben versuchen, auch aus einem schlechten Blatt etwas zu machen…und es war klar, dass ich in der Heimat, mit Familie/Freunden & Bekannten an der Strecke, bis zum Schluss kämpfen würde…
letzten Endes wurde es noch ein harter Kampf: mit zunehmender Renndauer machte mir die Kälte immer mehr zu schaffen und ich war sehr froh, als ich nach den drei Runden (88km) endlich vom Rad steigen durfte…leider mit 5:40 Minuten Rückstand auf Platz 1. Ich probierte alles, um das Rennen auf der Laufstrecke nochmal spannend zu machen. Aber mein Körper war leer, meine Finger eingefroren, sodass ich meine Laufschuhe erst nach 3 Kilometern richtig zumachen konnte. Mit der Zeit kam ich eine Spur besser ins Laufen und machte konstant Zeit gut, jedoch deutlich zu wenig, um von einer wahren Aufholjagd sprechen zu können. Trotz des „Sauwetters“ war die Stimmung entlang der Strecke wirklich spitze und mit Hilfe der enormen Unterstützung der Zuschauer (Vielen Dank!!!) konnte ich nochmals all meine Kräfte mobilisieren und mir am Ende den 2.Platz und den Vize-Staatsmeistertitel sichern! Herzlichen Glückwunsch an Beatrice für ein echt starkes Rennen und Gratulation auch an alle, die es unter den harten Bedingungen an diesem Tag ins Ziel geschafft haben! Riesen Chapeau an Sepp Gruber und sein gesamtes Team, die wieder ein 1A Triathlon-Event auf die Beine gestellt haben! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr…hoffentlich bei Sonnenschein 😉

Nach dem intensiven Rennblock seit Anfang Juni, steht nun mal etwas Erholung auf dem Programm…ehe es dann nächste Woche mit der unmittelbaren Vorbereitung für die Ironman 70.3 WM in Südafrika am 01.09. weitergeht.

Bis bald
Michi & Dani

5.Platz Ironman 70.3 Jönköping

Was macht man(n), wenn frau unbedingt beim Ironman 70.3 Jönköping starten möchte – Zeit und Budget aber begrenzt sind? Man(n) fährt mal schnell 1500 Kilometer mit dem Auto nach Schweden, campt, frau macht Wettkampf und danach fährt man(n) wieder 1500 Kilometer retour…klingt und ist vielleicht ein bisschen verrückt…aber wie schon Erasmus von Rotterdam gesagt hat: „Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit!“ 😉

Schweden und das Rennen waren die lange Reise auf jeden Fall wert…auch wenn es am Ende

der 5. und nicht der erhoffte Podiumsplatz wurde…

Michi zum Rennen:
Nachdem ich vor ein paar Wochen das Rennvideo vom 70.3 Jönköping 2017 gesehen und von einigen Athleten schon viel Positives über den Wettkampf gehört hatte, MUSSTE ich mich für diesen Halbironman einfach anmelden…und es war tatsächlich eines der schönsten 70.3 Rennen, die ich bisher gemacht habe – angefangen von den Streckenführungen in allen drei Disziplinen, der Organisation bis hin zu den Zuschauern & der Stimmung. Das Bilderbuch-Wetter mit blauem Himmel, Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen am Renntag war dann noch das Tüpfelchen auf dem i…besser hätte es nicht wirklich sein können…ausser, dass ich mich körperlich beim Aufwärmen gerne eine Spur besser gefühlt hätte. Irgendwie wollten meine Beine trotz der späten Startzeit (08:50) nicht so recht aufwachen. Doch ich hoffte, dass sich das nach dem Fallen des Startschusses ändern würde. Meine Arme waren auf jeden Fall munter und wie auch schon bei den letzten Rennen, klappte das Schwimmen (1,9km) wieder sehr gut: zum ersten Mal bei einem 70.3 gelang es mir, mich in der Spitzengruppe platzieren. Knapp hinter Vize-Olympiasiegerin Lisa Norden aus dem Wasser zu steigen und gemeinsam mit ihr in die Wechselzone zu laufen, war ein geniales Gefühl und Motivation pur. Am Rad ging dann gleich richtig die Post ab – aber leider ohne mich: abgesehen von einem etwas längeren Anstieg zu Beginn, war die Runde leicht wellig, gespickt mit ein paar richtig schnellen Passagen. Ich rechnete damit, dass ich auf diesem Kurs im Vergleich zu den großen Athletinnen einiges an Zeit verlieren würde…aber dass der Rückstand nach vorne so groß wurde, war mehr als unerfreulich. Die Radstrecke war traumhaft, doch wie schon zwei Wochen zuvor beim Chiemseetriathlon konnte ich sie nicht wirklich genießen und brachte ich nicht den nötigen Druck aufs Pedal. Nach einsamen 90 Kilometern wechselte ich als 5.Dame auf die Laufstrecke und hoffte zumindest auf gute Laufbeine.

Doch auch das Laufen (21,1km) ging schwerer von der Hand als gewünscht. Umso überraschte war ich, als mir Dani am Ende der ersten Laufrunde zurief, dass ich deutlich schneller unterwegs war, als die vorderen Damen. Ich schöpfte neuen Mut und versuchte nochmals all meine Kräfte zu mobilisieren, um vielleicht doch noch ein, zwei Plätze gut zu machen. Aber in der Mitte der dritten und letzten Runde musste ich dann einsehen, dass der Rückstand nach dem Radfahren an diesem Tag einfach zu groß war und ich keine Chance mehr aufs Podest hatte. So lief ich schließlich als 5.Dame, zugegeben ein bisschen enttäuscht, ins Ziel. Doch ein Rennen ist kein Wunschkonzert und Fakt ist, dass meine Radform im Moment einfach nicht da ist, wo sie schon einmal war beziehungsweise wo sie sein sollte. Trotzdem kann ich auch sehr viel Positives von dem Wettkampf mitnehmen: ein 5.Platz in einem Top-Starterfeld ist alles andere als schlecht und ich freue mich sehr über meine Schwimmleistung und noch viel mehr darüber, dass meine Laufform fast wieder „die Alte“ ist (2.schnellste Laufzeit) und ich nach dem Rennen keine Schmerzen im Fuß spüre!

Nun gilt es, sich gut von der langen Reise und dem Rennen zu erholen, zu analysieren und möglichst rasch schnellere Radbeine zu finden – denn bis zum nächsten Wettkampf ist es nicht mehr weit:

Trumer Triathlon (Mitteldistanz/ Österreichische Staatsmeisterschaft) am 22.07.

bis bald
Michi & Dani

 

1.Platz EBERL CHIEMSEE TRIATHLON (Mitteldistanz)

Seit vergangenem Wochenende wissen wir, warum der Chiemseetriathlon „Das Rennen“ genannt wird. Dem gesamten Wechselszene-Veranstaltungsteam rund um Organisator Sven Hindl ist es gelungen, ein geniales, mehrtägiges Triathlon-Event auf die Beine zu stellen…das mit den unterschiedlichen Distanzen sowohl Triathlon-Neulinge, als auch Profis lockt und das sich mit dem Paratriathlon & dem Austragen der Gehörlosen-Meisterschaft auch stark sozial engagiert.

Wer ein anspruchsvolles, top-organisiertes Rennen mit starkem Starterfeld und einladendem familiären Flair sucht, der ist am Chiemsee genau richtig.
Michis Entscheidung für eine Teilnahme fiel sehr kurzfristig. Aufgrund der Nähe zu Salzburg/dem geringen Reiseaufwand und der Qualität des Rennens passte uns der Wettkampf, der dem weiteren Formaufbau dienen sollte, perfekt ins Konzept. Michi zählte schon im Vorhinein zum Kreis der Favoritinnen und konnte das Rennen schließlich auf der Laufstrecke tatsächlich eindeutig vor Anna-Lena Pohl und Jenny Schulz für sich entscheiden.

Michi zum Rennen:

Ich war sehr froh, dass es der Wettergott gut mit uns Athleten meinte und uns mit Regen/Kälte/Wind verschonte, sodass die Bedingungen letzten Endes bis zum Start des Rennens um 09:00 Uhr Früh richtig gut wurden. Die Instruktionen meines Trainers „treat it like an Olympic distance“ waren klar. Ich war jedoch nicht ganz sicher, inwieweit ich die Anleitung (mit einer doch spürbaren Müdigkeit aus dem letzten Trainingsblock) umsetzen konnte. Mit Anna-Lena Pohl war eine starke Schwimmerin am Start und mein Ziel war es, solange wie möglich mit ihr mit zu schwimmen. Das klappte bedingt. Ich verpasste zwar ihren Wasserschatten gleich nach dem Start, fand dann aber sofort gut ins Schwimmen und konnte so den Abstand auf den gesamten 2km gleich halten. Am Ende stieg ich als 2.Dame mit gut 15 Sekunden Rückstand aus dem Bayrischen Meer. Nachdem ich es nach ein paar Schwierigkeiten endlich in meine Radschuhe geschafft hatte, wollte ich natürlich gleich versuchen, die Führung am Rad (80km) zu übernehmen. Aber auf der selektiven, technisch anspruchsvollen Strecke fand ich weder Rhythmus, noch brachte ich den erhofften Druck aufs Pedal. Der Kurs war schön, aber für mich war es an diesem Tag ein Kampf. Gegen Ende der ersten Runde erlebte ich dann auch noch eine heftige Schrecksekunde: in einer Kurve bemerkte ich viel zu spät, dass wir wegen des Verkehrs auf die Gegenfahrbahn geleitet wurden. Ich konnte zwar noch verhindern, dass ich in das Absperrband fuhr, musste dann aber einen Abstecher in das angrenzende Feld machen, um einen Sturz zu vermeiden. Das Timing war denkbar schlecht und ich involvierte bei dieser Aktion das von hinten kommende Fotografen-Motorrad mit Ingo Kutsche, das dann auch noch umfiel. (SORRY!!)

Doch wir hatten alle Glück, nichts war passiert und ich konnte das Rennen nach dem kurzen Zwischenstopp – mit einer ziemlichen Wut über mein eigenes Verschulden- wieder aufnehmen. Mein Ärger erwies sich dann zumindest als nützlicher Antrieb: in der zweiten Radrunde ging es gefühlt deutlich besser voran und ich konnte bis zum 2.Wechsel wieder Zeit auf Anna-Lena gutmachen. Mit weniger als 1Minute Rückstand ging ich dann auf die 20km lange Laufstrecke. Ich kannte sie nur vom Hören-Sagen…sie erfüllte aber alle Versprechungen und war mit einigen knackigen Anstiegen tatsächlich sehr kräfteraubend. Meine Laufbeine fühlten sich von Beginn an gut an und ich konnte noch vor Ende der ersten Laufrunde in Führung gehen. Während ich beim Ironman 70.3 Staffordshire zwei Wochen zuvor, nach rund 15Km einen Einbruch hatte, konnte ich dieses Mal mein angeschlagenes Tempo bis zum Ende ohne Probleme durchziehen, so meinen Vorsprung letzten Endes noch auf knapp 5 Minuten bis ins Ziel ausbauen und den Zieleinlauf mit den zwei Kids an den Händen richtig genießen! Glückwunsch an Anna-Lena und Jenny! Und großes Dankeschön an meinen Schatz für die super Betreuung, an meine Eltern für den spontanen Besuch und an den tollen Support der vielen Zuschauer an der Strecke!

Ich bin natürlich sehr glücklich über diesen Sieg und abgesehen vom Radfahren bin ich mit meiner Leistung an diesem Tag recht zufrieden. Besonders freut mich, dass meine Laufform zurück kommt und mir mein Fuß nach dem Wettkampf kaum mehr Probleme macht!
Das Rennen ist mehr als ein gutes Trostpflaster dafür, dass ich kommendes Wochenende beim Ironman Austria nicht an der Startlinie stehen kann. Trotzdem würde ich lügen, wenn ich sage, dass ich nicht traurig bin. Aber das ist vermutlich auch gut so – denn das zeigt mir, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder in Klagenfurt mit dabei sein möchte! Ich wünsche allen Startern – besonders unseren Freunden und Daniels Athleten- ALLES GUTE & ein SUPER Rennen! Ich werde den ganzen Tag Daumen drücken! Da mir das Zuschauen aber einfach zu schwer fallen würde, konzentriere ich mich lieber Zuhause auf mein Training und das nächste Rennen, den Ironman 70.3 Jönköping am 08.07.
Bis bald
Michi & Dani

 

Fotocredits: Ingo Kutsche (vielen Dank!)

Wir sind wieder online…

Das Face-Lifting unserer Homepage dauerte etwas länger als geplant, daher war es hier seit dem Jahreswechsel still um uns. Getan hat sich in den letzten Monaten aber einiges und wir freuen uns, dass wir euch ab jetzt wieder regelmäßig mit Updates versorgen und euch auf dem Laufenden halten können…

Kurzer Rückblick…

So ereignisreich wie das Jahr 2017 mit unserer Shop Eröffnung endete, so spannend und turbulent ging es im neuen Jahr weiter. Seit wir das h3 sports Projekt ins Leben gerufen haben, kommt laufend Neues auf uns zu, verbunden mit vielen Veränderungen und Herausforderungen. Während das Geschäftsleben nun für Dani im Mittelpunkt steht, gilt Michis Konzentration nach wie vor dem Training und den Wettkämpfen. Diese neue unterschiedliche Rollen- und Aufgabenverteilung bedeutet natürlich eine große Umstellung für uns. Haben wir in der Vergangenheit durch das gemeinsame Training überdurchschnittlich viel Zeit zusammen verbracht, sind wir jetzt auf Trainingslager oder bei Rennen öfters getrennt und wir können im Moment nicht mehr so viel gemeinsam trainieren, wie wir gerne würden. Es ist für uns beide sehr ungewohnt und auch nicht so einfach, aber wir sehen es als neue Art von Challenge. Auch wenn wir uns derzeit auf unterschiedliche Dinge konzentrieren müssen, sind wir weiterhin ein Team und versuchen uns gegenseitig so gut es geht zu unterstützen.

Foto Credits: James Mitchell

Sportlich gesehen stand die Saison 2018 für Michi lange Zeit unter einem großen Fragezeichen, da nicht abzusehen war, wann Michi nach ihrer Fußverletzung wieder richtig einsatzbereit ist. „Day by day“ war unser Motto und die einzig mögliche Strategie. Wir wussten, dass der Genesungsprozess länger dauern wird. Dass sich der Wiedereinstieg ins Laufen jedoch so mühsam und langwierig gestaltete, damit hatten wir nicht wirklich gerechnet. Der Bruch war zwar nach 9 Wochen Gips gut verheilt, aber Michi hatte immer noch Schmerzen. Der gesamte Fuß (Sehnen/Bänder usw.) musste sich nach der langen Ruhigstellung erst langsam wieder an die Belastung gewöhnen. Zum Glück hatte sie die Möglichkeit, sich auf einem Antigravity-Treadmill mit reduziertem Körpergewicht Schritt für Schritt wieder ans Laufen heranzutasten. Seit dem ersten Trainingslager auf Lanzarote Anfang März ging es dann aber konstant und endlich schneller bergauf. Daher folgte kurz danach gleich ein weiterer Trainingsblock auf unserer geliebten Trainingsinsel. Michi machte mit jedem Lauf sichtbare und spürbare Fortschritte. Das Training in den anderen zwei Disziplinen lief auch sehr zufriedenstellend und der „Rennhunger“ meldete sich. Wir hatten bis dahin noch immer keine endgültige Rennplanung aufgestellt. Klar war allerdings, dass Michi wieder an der Startlinie stehen würde, sobald Fuß und Coach das OK geben. Die Entscheidung für das erste Rennen fiel dann sehr spontan auf den Ironman 70.3 St.George Anfang Mai!

8. Platz IRONMAN 70.3 St. George (North American Championship)

Fotocredits: Finisherpix

Vielleicht war es etwas riskant, gleich ein Championship Rennen in Amerika als „Comeback-Wettkampf“ und Standortbestimmung zu wählen. Doch Michis Fuß hatte alle Testtrainings gut bestanden und nun galt es herauszufinden, wie es um ihre Form tatsächlich bestellt war…und wie heißt es so schön: wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Michi zeigte in einem, wie erwartet, starkem Starterfeld eine solide Leistung in allen drei Disziplinen und erreichte am Ende als erste Europäerin den 8.Platz. Wir waren mit der Performance und diesem Top 10 Ergebnis nach der längeren Wettkampf-Pause und in Hinblick auf den erheblichen Trainingsrückstand beim Laufen sehr zufrieden. Die Richtung stimmte!

Wir mussten allerdings zur Kenntnis nehmen, dass Training und Wettkampf zwei Paar Schuhe sind und die Belastung in einem Rennen einfach eine Spur höher ist. Der sehr anspruchsvolle, bergige Halbmarathon auf Asphalt war doch noch etwas viel Stress für den Fuß. Geduld war weiterhin gefragt und es blieb uns nichts anderes übrig, als uns „dem Tempo des Fußes“ anzupassen…auch wenn das nach wie vor keine konkrete Saisonplanung bedeutete! Etwas zu übereilen und den Fuß demnach wieder zu überlasten würde keinen Sinn machen! Wir würden die Saison also weiterhin spontan gestalten und dem Fuß die nötige Zeit geben, die er braucht.
Dank regelmäßiger Stoßwellen-Therapie, Physio, sowie Barfuß-Wiesenläufe stabilisierte sich Michis Fuß wieder relativ rasch und wir entschieden uns für die nächste Renn-Belastungsprobe…
dieses Mal jedoch „nur“ auf der Kurzdistanz beim Linz Triathlon Anfang Juni.

1.Platz Linz Triathlon
Olympische Distanz

Foto Credits: Tri Your Life

Es war Michis erste Olympische Distanz seit fast 3 Jahren. Das ungewohnt kurze Rennen in ihrer alten Heimat Linz/OÖ, am Ort ihres ersten Triathlons 1999, bot sich ideal als Test und schnelle Trainingseinheit in mitten eines längeren Trainingsblocks an und sollte außerdem als Vorbereitung für den Ironman 70.3 Staffordshire am 10.6. dienen. Sehr gefordert durch die starke Radfahrerin Simone Kumhofer, entschied Michi schließlich auf der Laufstrecke den Sieg klar für sich und belegte den 4.Gesamtplatz.

Foto Credits: Tri Your Life
Besonders erfreulich war, dass Michis Fuß die harten 10,5 Kilometer sehr gut verkraftete und sie nun zuversichtlich zum nächsten Wettkampf reisen konnte…

 

4.Platz Ironman 70.3 Staffordshire

Der Grund für die Reise nach England war einerseits, weitere Rennpraxis beim Ironman 70.3 in Staffordshire zu sammeln und zum anderen, unseren Coach Alun Woodward nach langer Zeit endlich wieder einmal zu treffen. Unter den „strengen Augen des Trainers“ 😉 zeigte Michi von Anfang an wieder eine solide Leistung und belegte im Feld der schnellen Britinnen (unter anderem 70.3 Vize-Weltmeisterin Emma Pallant) einen guten, aber den bekanntlich – etwas undankbaren- 4.Platz.

Foto Credits: Finisherpix

Michi zum Rennen:
„Es war ein schönes und hartes Rennen, das schon etwas aufregend begann: kurz vor 07:00 Uhr brach plötzlich dickster Nebel über den Chasewater Lake herein. An ein Schwimmen war nicht mehr zu denken und der Start wurde kurzer Hand auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Ich konnte mit der unerwarteten und ungewissen Situation gut umgehen, war aber sehr froh, als es dann nach 1h Wartezeit im Startkorridor (im Neopren und dicker Jacke) endlich losging und das Rennen regulär, ohne Verkürzung der Schwimmstrecke, gestartet werden konnte. Ich fühlte mich von Beginn an gut und führte lange Zeit die erste Verfolgergruppe beim Schwimmen an. Schließlich stieg ich als 3.Dame aus dem Wasser und wechselte zeitgleich mit Emma Palllant aufs Rad. Auf der sehr anspruchsvollen Radstrecke verlor ich zunächst noch eine Position an Nikki Bartlett und eine weitere an Ironman Lanzarote Siegerin Lucy Gossage, die ich aber bis ca. Kilometer 65 immer in Sichtweite hatte. Im letzten Drittel büßte ich leider nach ganz vorne noch einiges an Zeit ein, konnte dafür aber die, nach dem Schwimmen Führende Fanela Langridge überholen. Ich ging als 4.Dame auf den abschließenden, sehr verwinkelten Halbmarathon. Die ersten zwei Plätze waren klar an Pallant und Bartlett vergeben, danach entwickelte sich aber ein heißer Kampf um den letzten Podiumsplatz. Bis Kilometer 14 hatte ich sehr gute Laufbeine und es gelang mir, mich auf Position 3 vorzuarbeiten. Doch in der letzten Laufrunde erlebte ich dann plötzlich einen ziemlich unerwarteten, heftigen Kräfteeinbruch. Im Nachhinein betrachtet, war dieser wohl auf eine etwas mangelhafte Energieversorgung beim Radfahren zurückzuführen…ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte und für den man meist irgendwann später im Rennen bezahlen muss! Ich musste jedenfalls büßen und wurde letzten Endes wieder von Fanela Langridge überrannt. Ein 4.Platz fühlt sich immer etwas bitter an, besonders wenn man den Podestplatz schon hatte und ihn dann um weniger als 1 Minute wieder verliert. Aber so ist der Sport und es ist eben erst vorbei, wenn es vorbei ist 😉 …trotzdem ist das Resume alles in allem positiv: es geht weiter aufwärts mit Form und Fuß! Dieses Mal steckte ich den Halbmarathon schon um Vieles besser weg, als noch vor 4 Wochen in St.George.“

Foto Credits: Finisherpix

Kurzer Ausblick:

Nach dem letzten Renn-Wochenende wollten wir endgültig entscheiden, ob wir die Qualifikation für die Ironman WM auf Hawaii 2018 noch weiter probieren. Um die Chance auf Hawaii zu wahren, wäre auf jeden Fall ein Ironman Anfang Juli nötig, ansonsten würde es mit dem Punktesammeln für das Kona-Pro -Ranking knapp werden. Aber auch wenn sich die Dinge nun gut entwickeln, müssen wir einsehen, dass eine Langdistanz – oder besser gesagt, ein Marathon- zum jetzigen Zeitpunkt, nach der Verletzung, einfach noch eine zu große Belastung für Michis Fuß darstellen würde. So groß Wille und Wunsch, wieder bei der WM auf Hawaii dabei zu sein auch sind, muss die Vernunft im Moment die Oberhand behalten – vor allem auch in Hinblick auf ihre weitere sportliche Zukunft.
Michi: „Natürlich fällt mir diese Entscheidung nicht leicht und tut es mir leid, dass ich dieses Jahr beim Ironman Austria nicht am Start bin. Doch ich möchte erst wieder eine Langdistanz in Angriff nehmen, wenn ich zu 100% fit und zu 100% in Form bin und dazu brauche ich einfach noch ein paar Wochen mehr Zeit!“

Der Fahrplan für die nächsten Wochen sieht nun wie folgt aus:

24.06. Mitteldistanz Chiemsee
08.07. Ironman 70.3 Schweden
22.07. Mitteldistanz TrumerTriathlon

Wir freuen uns, wenn ihr unsere Projekte/ Wettkämpfe hier weiter mit verfolgt!

Bis bald, Michi & Dani

Neues im alten Jahr

Zu lange war es nun zu still auf unserer Homepage. Gerade rechtzeitig vorm Jahreswechsel haben wir aber noch ein schnelles Update für euch…

Sportlich gesehen, gibt es leider von den letzten Wochen nicht sehr viel zu berichten, da wir beide körperlich lädiert waren: Michi wurde durch ihre Mittelfußfraktur zu ihrer bisher längsten Saisonpause gezwungen und auch Dani musste aufgrund einer Leistenbruch-OP längere Zeit mit dem Training aussetzen. Mittlerweile geht es aber im Lazarett Herlbauer wieder bergauf. Michi ist ihren Gips nach 8 Wochen nun endlich los und das Reha-Programm ist im vollen Gang. Denn auch wenn der Knochen gut verheilt und wieder belastbar ist, wird es noch etwas dauern, bis sie wieder mit dem Laufen beginnen kann. Weiterhin ist viel Geduld gefragt. Zu tun gibt es aber bei drei Sportarten zum Glück genug: neben der täglichen Therapie, liegt der Fokus derzeit logischer Weise beim Schwimmen. Krafttraining, sowie Radtraining auf der Rolle sind ebenfalls fixer Bestandteil des Trainingsplans.

Auch Dani hat wieder mit seinem Training begonnen, wenngleich in eingeschränkter Form. Nachdem Dani in den vergangenen zwei Jahren immer wieder mit seinen Rückenproblemen stark zu kämpfen hatte und so die gewünschte sportliche Entwicklung bzw. die Erfolge ausblieben, musste er sich letztendlich entscheiden, seine Profi-Triathlonlaufbahn zu beenden. Mit dem Sport aufhören, ist für ihn aber ein Ding der Unmöglichkeit. Zu groß ist die Leidenschaft für die drei Sportarten und zu stark ist er – schon alleine wegen seiner Trainertätigkeit – mit dem Triathlon verbunden.
Wir lieben und leben Triathlon und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Dani wird auch weiterhin sein Hobby zum Beruf machen – aber nicht mehr als Athlet, sondern als Geschäftsmann – im eigenen, kleinen aber feinen Sport-Shop.

 

Die Idee von einem eigenen Geschäft war immer wieder präsent und ist über lange Zeit gewachsen. Nun ist für uns der richtige Zeitpunkt, das Projekt h3-sports zu verwirklichen. Unser Shop ist in unseren Augen kein klassischer Bike-oder Triathlon-Shop, vielmehr zielen wir auf ein Gesamt-Konzept ab: neben dem Verkauf, liegt der Fokus vor allem auf Bike-Service/ Bike-Fitting & Coaching.

Dani: „Das Schrauben an meinen Rädern war schon immer eine große Leidenschaft von mir und in den letzten Jahren, in denen ich als Trainer tätig war, habe ich meine Athleten auch schon immer beim Kauf ihres Materials beraten. Seit ich den Entschluss gefasst habe, nicht mehr als Profitriathlet weiter zu machen, wollte ich nun diese Dinge beruflich kombinieren, um meine Erfahrungen, die ich als Leistungssportler in den vergangenen Jahren gemacht habe, weiter zu geben und weil ich auch der Meinung bin, dass eine gute Beratung heutzutage gar nicht mehr so leicht zu finden ist.“

Durch die Shop-Eröffnung hat sich unser (Trainings-) Alltag natürlich etwas verändert. Das Geschäft ist zwar unser gemeinsames Projekt, doch während Danis Fokus nun auf dem Shop liegt, ist Michis Job nach wie vor, Rennen zu starten:

Dani: „Ich bin hauptverantwortlich für alles rund um Service, Coaching, Beratung und Organisation. Michi unterstützt mich natürlich soweit es geht im Shop bei der Beratung und im administrativen Bereich und steht auch im Coaching Bereich bei Anfragen zur Verfügung. Aber ihre Hauptrolle ist nach wie vor die der Profi-Triathletin.“
Michi: „Klar ist es eine große Veränderung für uns, aber wir freuen uns auf die neue Herausforderung und wir werden auch in Zukunft sicher so viel wie möglich gemeinsam trainieren.“

Seit 08.12. ist unser Shop nun offiziell eröffnet. Schaut doch mal vorbei – wir freuen uns auf euren Besuch und beraten euch gerne zu den Themen Lauf-/Rad- und Triathlonsport.

Unsere Öffnungszeiten:
Montag: 06:00-12:00 Uhr  (für Kunden, die vlt. schon vor der Arbeit, das Rad zum Service bringen möchten)
Dienstag: 14:00-18:00 Uhr
Donnerstag: 14:00-18:00 Uhr
Freitag: 14:00- 18:00 Uhr
Bike-Fitting außerhalb der Öffnungszeiten nach Termin-Vereinbarung

Folgende Produkte haben wir derzeit im Shop:
Oakley (Sonnenbrillen)
Riggler Headwear (Hauben, Stirnbänder)
Formthotics (Schuheinlagen)
Sailfish (Neopren, Schwimm-Accessoires)
Xlab/ISM seat (Rad-Accessoires & Sättel)
On (Laufschuhe)
airstreeem.com (Räder)
h3 Customized Bike-& Triathlon-Bekleidung
Compex
Phantom Athletics Training Mask
Produkte nach Wunsch auf Bestellung

2017 war sichtlich in vielerlei Hinsicht ein sehr aufregendes, ereignisreiches und eindrucksvolles Jahr für uns. Wir durften als Team sehr schöne Erfolge feiern, mussten aber auch ein paar harte Niederlagen einstecken.  Es standen für uns große Entscheidungen/Veränderungen an und 2018 wird sicher viel Neues bringen! Wir sind gespannt und freuen uns auf die neuen Herausforderungen – eines ist aber fix und bleibt auf jeden Fall beim Alten: langweilig wird es bei uns nicht 😉  …wir freuen uns natürlich sehr, wenn ihr unsere Pläne auch im kommenden Jahr weiter mitverfolgt.

Zum Schluss möchten wir uns noch bei allen bedanken, die uns heuer unterstützt und begleitet haben und ohne die das Jahr 2017 gar nicht erst möglich gewesen wäre…unser größter Dank gilt unserer Familie, unseren Freunden, unserem Coach Woody, unseren Sponsoren (allen voran Silberpfeilenergy Drink) und Ausrüstern und unserem Therapeuten-Team! Ihr seid die Besten!

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch und ein supertolles, spannendes Jahr 2018!

Michi & Dani

IRONMAN WM Hawaii 2017

Kona 2017 ist Geschichte – unsere Bilanz: 19.Platz / 09:40:46

Auf den ersten Blick hin klingt das gar nicht so schlecht und ist sicher kein WM-Ergebnis für das man sich schämen muss. Sich darüber zu freuen, fällt uns jedoch im Moment schwer. Die Vorzeichen waren gut und wir gingen mit großen Erwartungen in das Rennen. Wir wussten, eine Top 10 Platzierung war ein hoch gestecktes, aber durchaus realistisches Ziel. Der Tag entwickelte sich für Michi zunächst auch sehr vielversprechend. Nach einer soliden Schwimm-Rad-Leistung wäre mit einem abschließenden, schnellen Marathon noch viel möglich gewesen. Doch aus der geplanten „pocketrocket-Aufholjagd“ wurde leider nichts. Nach ungefähr 10 Kilometern verspürte Michi plötzlich massive Schmerzen im linken Mittelfuß, die sie beinahe zur Aufgabe zwangen. Der Grund dafür wurde einen Tag später im Röntgen deutlich ersichtlich: Michi hatte sich eine Fraktur an der Basis des 2.Mittelfußknochens zugezogen… Als Sportler stellt man sich im Vorfeld eines Ironman auf die unterschiedlichsten Szenerien ein – wie z.B. einen Leistungseinbruch, einen technischen Defekt, Muskelkrämpfe, Magenprobleme, usw. Auch wir hatten mit vielem gerechnet, aber sicher nicht mit einem gebrochenen Fuß. Dass Michi trotz der Verletzung und der großen Schmerzen das Rennen bis zum Schluss durchzog, zeigt einmal mehr ihren eisernen Willen und Kampfgeist. Dennoch ist die Enttäuschung groß…

Michi zum Rennen:

Ich weiß im Moment nicht, was mehr schmerzt – mein Fuß oder die Tatsache, dass ich mein Potential beim Marathon nicht ausschöpfen konnte und somit auch mein Top 10 Traum geplatzt ist. Wir hatten den Fokus in der Vorbereitung auf das Laufen gelegt und ich trau mich zu behaupten, dass ich in der Laufform meines Lebens war. Dass ich das am Tag X nicht zeigen konnte, ist natürlich bitter. Ich hatte schon längere Zeit mit meinem linken Fuß zu kämpfen – besser gesagt, mit meiner linken Großzehe. Mein erblich bedingter Hallux Valgus machte mir zunehmend zu schaffen – nicht nur beim Laufen, auch beim Radfahren bekam ich immer wieder Schmerzen. Meine WM-Vorbereitung konnte aber nicht an einer schiefen Zehe scheitern. Ich tat alles, um mein Problem in den Griff zu bekommen und es gelang auch gut – scheinbar! Eine Woche vor dem Rennen nach meinem letzten schnellen Lauf verspürte ich erstmals leichte Schmerzen im linken Mittelfuß. In der Taper-Woche vergingen die Beschwerden wieder und ich hatte keinerlei Bedenken, dass mich mein Fuß oder meine Zehe im Rennen in irgendeiner Weise behindern würden. Ich fühlte mich mehr als bereit für den langen Tag. Beim Schwimmen war ich, genau wie wir erwartet hatten, in der zweiten großen Verfolgergruppe und ich stieg nach 57:56 aus dem Wasser. Auch am Rad entwickelte sich das Rennen weiter gut für mich. Im Gegensatz zum letzten Jahr, konnte ich meinen Abstand auf die vorderen Damen in Zaum halten. Vor allem hinauf nach Hawi war ich überrascht, wie gut sich meine Beine anfühlten. Dass ich auf den schnellen Bergab-Passagen mit meiner Statur etwas an Zeit verlieren würde, war mir bewusst und auch dass ich einen Großteil der Radstrecke komplett auf mich alleine gestellt war, machte mir nichts aus. Mit meiner Radzeit von 05:12:21 war ich zufrieden und deutlich schneller als 2016.

Fotocredit: Ingo Kutsche

Motiviert wechselte ich auf die Laufstrecke. Für gewöhnlich brauche ich immer ein paar Kilometer, um so richtig in meinen Laufschritt zu finden. Die Hitze am Alii-Drive war wie immer enorm. Doch die Temperatur war nicht primär mein Problem. Bereits nach gut 10 Kilometern wurden meine Schmerzen im linken Mittelfuß richtig akut. Ich kämpfte mich die Palani-Road hoch auf den Highway, wo Dani auf mich wartete. Als ich ihn sah, begann ich zu gehen und gleichzeitig zu heulen. Mein ganzes Konzept brach zusammen. Ich wusste, dass mit meinem Fuß etwas ganz und gar nicht passte, meine Schmerzen waren riesig und ich hatte keine Ahnung, wie ich noch weitere 13 Meilen schaffen sollte. Aufgeben konnte ich aber auch nicht. Nicht nach all der Arbeit, die wir in die Vorbereitung steckten und dem enormen Aufwand, den wir betrieben. Es ging mir dabei gar nicht so sehr um mich – viel mehr um alle Menschen um mich herum, die mich während der letzten Monate oder sogar Jahre ohne wenn und aber unterstützten…Dani, meine (Schwieger)Eltern, unser Trainer, Therapeuten…Sponsoren…zwei unserer Freunde, Lise und Thomas, waren extra als Support zum Wettkampf gekommen…die große Unterstützung über unser Crowdfundig-Projekt…es hing so viel an diesem Tag und all diese Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich konnte unmöglich aussteigen. Jedes andere Rennen hätte ich ohne Zögern, aus Vernunft, beendet. Aber es war die WM, wir waren um die halbe Welt gereist… und ich glaube, bei keinem anderen Ironman, geht es so sehr ums Finishen wie hier in Kona. Daher entschied ich mich, auch wenn es vielleicht nicht wirklich klug war, fürs Weitermachen. Ein DNF wäre am Ende ziemlich sicher noch schmerzhafter gewesen als ein verletzter Fuß. Ich wollte unbedingt ins Ziel und mir mein 10.Ironman Finish holen — notfalls müsste ich eben spazieren. Aber ich versuchte weiterzulaufen, bewusst über die Ferse, mehr Gewicht auf meine rechte Seite verlagert und schaffte es, mich mit all meinen mentalen Hilfsmitteln vom Schmerz abzulenken und Kilometer um Kilometer hinter mich zu bringen. Ich weiß nicht wie, aber es funktionierte – ich war komplett im „Tunnel“. Zum Schluss lief ich sogar noch an Rachel Joyce, der dreifachen Medaillen-Gewinnerin auf Hawaii, vorbei. Ich war wie ferngesteuert und so froh, als ich endlich auf die Zielgerade einbog. Genießen konnte ich den Zieleinlauf dieses Mal nicht. Als mich Dani in die Arme nahm, kamen all meine Emotionen hoch – die Enttäuschung über das verpasste Top-Ergebnis, die extremen Schmerzen und dann doch die Erleichterung, dass ich es ins Ziel geschafft hatte.

Wie schlimm die Verletzung tatsächlich war, stellte sich erst später heraus. Über Nacht wurden die Schmerzen, sowie Schwellung und Bluterguss am Mittelfuß immer größer, sodass wir uns am Sonntag Morgen gleich auf den Weg ins Krankenhaus machten. Das Röntgen zeigte dann einen offensichtlichen Bruch an der Basis des 2.Mittelfußknochens – was uns dann doch ein bisschen schockierte. Gipsverband, Krücken, Belastungsverbot sind vorerst die logische Konsequenz! Sobald wir nun wieder aus Hawaii zurück sind, werden wir nochmals alles genau abklären lassen und alle Hebel für eine rasche Heilung in Bewegung setzen. Wichtig ist vor allem, die Ursache zu eruieren, obwohl wir im Moment davon ausgehen, dass der Hallux Valgus das ursprüngliche Problem ist. Fakt ist, dass jetzt leider mal eine längere Pause ansteht…aber: I will be back!!!

Wir möchten uns an dieser Stelle noch bei euch allen für euer Daumendrücken, das Mitfiebern und die unglaublich vielen lieben Nachrichten und Genesungswünsche bedanken! Bei so viel positivem Feedback tut’s gleich etwas weniger weh 🙂

Bis bald
Michi & Dani

Countdown Ironman WM Hawaii

Es ist soweit: es brodelt in Kona – was so viel heißt, wie: die Rennwoche ist angebrochen und die Ironman WM am kommenden Samstag steht unmittelbar bevor! Man kann die steigende Spannung der unzähligen (komplett durchtrainierten) Athleten am Ali’i Drive, am Dig Me Beach und am Queen-K-Highway förmlich riechen. Die Stimmung ist einzigartig und die positive Energie der vielen Sportler genial. Trotzdem sind wir ganz froh, dass wir uns wieder für eine Unterkunft ein Stück außerhalb der „Kona-Bubble“ entschieden haben. Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, die einmalige Atmosphäre aufzusaugen, dem Trubel nach unseren Terminen aber auch wieder zu entkommen. So kann sich Michi in Ruhe auf den großen Tag einstellen und ihre Trainingseinheiten ungestört, ohne Ablenkung absolvieren.
Michis letzter großer Trainingsblock in den vergangenen zwei Wochen auf Big Island verlief gut und sie konnte sich bestens mit den vorherrschenden Bedingungen vertraut machen. Den Jetlag hatte sie in diesem Jahr relativ rasch verdaut und auch mit der Hitze scheint sie spürbar besser zurecht zu kommen. Auffällig sind allerdings die ständig wechselnden, zum Teil sehr stürmischen Windverhältnisse. Wir sind ja einiges an Wind aus Lanzarote gewöhnt, doch der böige Seitenwind auf Big Island ist nicht ohne und kann einen schon richtig fordern. Der Wind ist aber nur einer vieler Gründe, warum Michi mit großem Respekt in das Rennen gehen wird. Hawaii ist bekannt als das Paradies und Big Island ist wirklich traumhaft. Doch der Ironman hier hat es in sich und macht man einen kleinen Fehler, können sich die Götter der Insel auch schnell gegen einen wenden und man muss durch die Hölle gehen…bei jeder Langdistanz – und ganz besonders auf Hawaii – kann bekanntlich alles passieren. Selbst Weltmeister und Ironman-Champions wurden hier schon in die Knie gezwungen und mussten am Ende den Marathon spazieren gehen oder gar aufgeben. Aber genau das macht ja auch den Reiz und den Mythos des Ironman Hawaiis aus! Wir sind sehr stolz, dass wir es als kleines, feines Team nun schon zum zweiten Mal zur WM geschafft haben. Während Michi letztes Jahr ganz nach dem Motto „Dabeisein ist alles“ nach Kona kam, sind die Erwartungen heuer natürlich schon ein bisschen anders. Michis bisherige Saison war stark, die Vorbereitung verlief gut und die Form (insbesondere beim Laufen) sollte deutlich besser sein als 2016. Ziel ist auf jeden Fall, den 18.Platz aus dem Vorjahr zu verbessern. Klar, ein Top 10-Ergebnis wäre ein Traum – für den aber logischer Weise am Tag X alles bestens laufen muss, wenn die besten 40 Damen der Welt aufeinander treffen. Verstecken muss sich Michi aber mittlerweile nicht mehr. Aufgrund ihrer Rennergebnisse und ihrer aktuellen Position im Kona-Pro-Ranking wird sie am Samstag mit der Startnummer 109 (d.h. Nr.9 bei den Profi-Damen) unterwegs sein. Wenn das mal keine zusätzliche Motivation ist 🙂
Los geht’s am Samstag um um 6:25 – sprich um 18:35 MEZ. Das Rennen wird in diesem Jahr live im Red Bull TV und auf ZDF übertragen und Dani wird euch auf Facebook wieder so gut wie möglich auf dem Laufenden halten! Wir sind gespannt, was der Renntag bringen wird! Michi wird auf jeden Fall alles und wenn geht, noch mehr geben! Aber ganz egal, wie es am Ende ausgehen wird: wir sind unendlich dankbar, dass wir diesen Traum hier gemeinsam (er)leben dürfen und möchten uns auf diesem Weg auch nochmal besonders bei unserem Coach Alun Woodward für sein super Arbeit bedanken, bei unserer Familie und unseren Freunden, die immer für uns da sind und natürlich bei all unseren Sponsoren und Supportern, ohne die wir nicht hier wären…MAHALO…

So, nun aber genug der Worte – jetzt sollen Taten folgen 🙂
Bitte drückt uns die Daumen!

Bis bald
Michi & Dani

 

Michi nach dem Ho’ala Ironman Training Swim auf der Orignial-Wettkampfstrecke. Die Zeit von 55:48 würden wir nächste Woche auch akzeptieren 😉

update: road to world championship

In den vergangenen Wochen war es hier auf unserer Homepage ein bisschen ruhiger… nicht, dass wir nichts zu berichten gehabt hätten oder untätig gewesen wären – ganz im Gegenteil: Michis Hawaii-Vorbereitungen halten uns seit Mitte Juli ziemlich auf trapp, sodass einige Dinge einfach auf der Strecke blieben…Die Tage verflogen in der letzten Zeit gefühlt noch etwas schneller als sonst und mittlerweile sind es nur noch zwei Wochen bis zu DEM Rennen des Jahres, der Ironman WM. Bevor es jetzt bald richtig ernst wird, haben wir hier noch ein kleines Update über Michis #roadtokona für euch:

Michis frühe Hawaii-Qualifikation ermöglichte uns dieses Jahr eine viel strukturiertere Vorbereitung als 2016. Nach einer kurzen Verschnaufpause nach dem Ironman Frankfurt startete Michi mit einem fünf wöchigen Trainingsblock Zuhause in Salzburg. Der Fokus lag zunächst vor allem beim Laufen und auf Speed-Work. Danach folgten drei Wochen gezieltes „Kona-Trainingslager“ auf Lanzarote. Wir hatten uns im Vorhinein lange und gründlich überlegt, wo wir die Hawaii-Vorbereitung machen sollten. Viele Athleten trainieren in Amerika, wie zum Beispiel in Texas oder Boulder. Aber unsere Wahl fiel dann trotzdem wieder auf das Altbewährte zurück. Michis Training für den Ironman Texas funktionierte heuer im Frühjahr so gut auf Lanzarote, warum also irgendwelche Experimente machen?! Die Bedingungen sind zum Teil ganz ähnlich wie auf Big Island, vor allem was den Wind angeht und dass Anfang September der Ironman 70.3 Lanzarote statt fand, traf sich auch bestens. Die anspruchsvolle Mitteldistanz, 6 Wochen vor dem Saisonhighlight, bot sich ideal als Formtest und wertvolle Trainingseinheit an. Michi belegte in einem starken Starterfeld hinter Anne Haug und Lucy Charles den dritten Platz. Die Leistung war in Hinblick auf den Trainingsstand zwar sehr solide, aber bis zum 14.10. gab es noch etliche Hausaufgaben zu erledigen. Der Podestplatz gab natürlich Rückenwind, Michi steckte die Wettkampfbelastung gut weg und konnte in den darauf folgenden Wochen super trainieren.

Danach ging es für einen kurzen Zwischenstopp zurück in die Heimat: letzte organisatorische Dinge erledigen, Energietanken bei Familie und Freunden…

und vor allem auch Vorbereitungen für ein weiteres großes Projekt treffen, das nach Kona auf uns wartet – dazu möchten wir aber noch nicht viel verraten 😉

Und dann saßen wir auch schon im Flieger Richtung Hawaii und los ging unser großes Abenteuer des Jahres. Seit Sonntag befinden wir uns nun auf Big Island und wir sind, genau wie im letzten Jahr, schlicht weg begeistert von der Insel. Für die „Hang-loose“ Stimmung ist im Moment aber noch keine Zeit – bis zum Rennen am 14.10. stehen noch wichtige Trainingseinheiten am Programm. Die Müdigkeit ist derzeit noch ziemlich groß – entweder noch vom Jetlag oder schon vom ersten großen 3-Tage-Trainingsblock. Eine kurze aber heftige Schrecksekunde hatten wir auch schon: Dani übersah einen großen Stein in der Abfahrt von Hawi und machte so ungewollte Bekanntschaft mit dem Highway. Gott sei dank ist bis auf etliche Abschürfungen und Prellungen nicht viel passiert. Zum Glück hat Dani seine persönliche Krankenschwester immer mit dabei und Michi bekommt wieder etwas Übung, für den Fall dass sie nach der Profi-Triathletinnen Karriere wieder in ihren alten Beruf zurückkehren möchte. Sehr ärgerlich ist nur, dass das neue Airstreeem Super TT Road nach nur wenigen Ausfahrten ziemlich ramponiert ist. Wenn man so viele Stunden im Jahr auf der Straße verbringt, kommen leider auch manchmal solche Dinge vor. Solange nicht mehr passiert, muss man einfach nur dankbar sein.

Überaus erfreulich ist dafür die Nachricht, dass wir unser I believe in you Crowdfunding Projekt für die Ironman WM doch noch erfolgreich beenden konnten. Wir freuen uns riesig über den zahlreichen Support! Wir wissen die Unterstützung sehr zu schätzen und möchten uns fürs erste auf diesem Weg bei ALLEN 53 Unterstützern recht herzlichen bedanken! VIELEN DANK!!!!! Nach dem Wettkampf wird sich Michi natürlich noch bei jedem einzelnen persönlich melden. Dieser Erfolg gibt Michi jetzt nochmal einen zusätzlichen Motivationsschub für die letzte bevorstehende anspruchsvolle Trainingswoche.

…wir halten euch hier auf dem Laufenden!

ALOHA Michi & Dani