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h3: ab nun sind wir zu dritt…

Mit der Geburt unserer Tochter Mia, am 31.08., hat Herlbauer3 für uns nun eine zusätzliche Bedeutung bekommen: die Ziffer 3 steht nicht nur mehr für Triathlon, sondern auch dafür, dass wir ab jetzt tatsächlich zu dritt und somit eine eigene, kleine Familie sind. Mia ist mittlerweile drei Monate alt und wir könnten und vor allem möchten uns ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. 

„Life begins at the end of the comfort zone“ …schon lange unser Lebensmotto und wie wir finden, auch ganz schön als Beschreibung einer Geburt. Auf unserer Homepage findet ihr für gewöhnlich unsere Rennberichte zum Nachlesen. Dieses Mal gibt es von Michi einen Bericht von einer ganz neuen Grenzerfahrung und mehr als prägendem Ereignis:

„Dass mit einem Kind plötzlich alles anders wird“  hört man ja von allen Seiten und dessen waren wir uns im Vorfeld auch bewusst. Aber wir hatten natürlich keine Ahnung, was uns genau erwarten und wie unser neues Leben mit dem neuen Familienmitglied werden würde. So wie jede Schwangerschaft unterschiedlich verläuft, sind auch jede Geburt und jedes Baby anders. Deshalb haben wir versucht, einfach alles auf uns zukommen zu lassen und – sehr ungewohnt für uns – nichts groß zu planen und sich nichts Konkretes vorzustellen. Klingt einfach und entspannt, ist aber in der Umsetzung gar nicht mal so leicht. Als Leistungssportlerin bin ich an ein geplantes Trainingsprogramm und einen durchstrukturierten Tagesplan gewöhnt. Dass sich das zukünftig etwas ändern wird und ich den Tag gut und schön planen kann, aber von nun an ein neuer Boss da sein und den Ton angeben wird, zeichnete sich schon vor der Geburt ab. Für meine Wettkämpfe konnte ich mich vorbereiten, wusste wann Renntag ist. Nun war ich mit einer neuen Situation konfrontiert: wir hatten zwar den geplanten Geburtstermin im Kopf, unsere Mia ließ uns aber noch ein paar Tage warten und entschied selbst, wann sie bereit war für diese Welt. Geduld ist nicht gerade eine meiner Stärken, doch ich wollte mich voll und ganz auf dieses „Unplanbare“ einlassen – in Hinblick auf die Geburt und vor allem auch dann auf die Zeit danach. 

Angst hatte ich vor der Geburt nicht wirklich. Als Langdistanz-Triathletin bin ich an eine lange Belastungsdauer über mehrere Stunden gewöhnt und da ich auch mal einen Marathon mit gebrochenem Mittelfuß überstanden hatte, traute ich mich zu behaupten, dass meine Schmerztoleranz relativ hoch ist. Aber verglichen mit meinem langsamsten Ironman (von gut 10h beim IM Lanzarote) dauerte die Geburt doch um einiges länger. Das sogenannte „daylight-finish“ wäre sich nicht ausgegangen. Und auch was die Schmerzen angeht, wurde ich bereits ein paar Stunden nachdem die Geburtswehen eingesetzt hatten, ganz schnell ganz still: die Schmerzen waren wirklich heftig! Zum Glück hat es Mutter Natur ja so eingerichtet, dass man diese Geburtsschmerzen schnell wieder vergisst. Jedoch ich kann mich noch gut erinnern, dass ich zu Dani sagte, dass ich bei keinem meiner Ironman-Rennen jemals solche Schmerzen hatte. Wer uns kennt, weiß, wie sehr wir den Konsum von Schmerzmitteln ablehnen. Aber ich muss gestehen, dass ich zweimal nach einer PDA gefragt hätte. Meine Hebamme war anscheinend allerdings der Meinung, dass ich wohl ohne auskommen sollte und so war ich einmal mehr dankbar über meine mentale Stärke, körperliche Fitness und besonders über Danis Unterstützung – ohne die ich sicher nicht durchgehalten hätte. Dani und ich hatten schon viele Extremsituationen zusammen gemeistert und deshalb wusste ich, dass wir auch das gemeinsam schaffen würden. Das „Durchhalten, Durchbeißen und Nicht Aufgeben“ hatte ich in meinen Wettkämpfen zur Genüge geübt und mir war klar, dass sich all das nun noch viel mehr lohnen würde. All die Strapazen, die Anstrengung und Aufregung sind es mehr als wert und am Ende sowieso vergessen –  sobald man dann endlich, nach der langen Zeit, sein eigenes kleines Wunder in Händen halten darf. Plötzlich ist man tatsächlich Mama und Papa. Um das wirklich zu realisieren, braucht es etwas Zeit und man weiß noch nicht, was es wirklich heißt, Eltern zu sein und was da alles in der neuen Rolle auf einen zukommen wird. Aber eines weiß man zweifellos ab der ersten Sekunde: man wird diesen kleinen Menschen bedingungslos lieben und einfach alles tun, damit es ihm gut geht! Mit einem Schlag verschieben sich die eigenen Prioritäten und das Leben ändert sich komplett. Ich fühle mich jetzt nach der Geburt tatsächlich in gewisser Weise verändert. Ein völlig neuer Mensch bin ich nun als Mama aber nicht. Auch wenn es jetzt für mich nichts mehr Wichtigeres als das Wohl unserer Mia gibt, schlägt in mir natürlich auch noch das Sportlerherz weiter und mein Bewegungsdrang meldete sich schon bald nach der Geburt zurück. Wie ich das Wochenbett als Sportlerin erlebt habe und meine Gedanken zum Thema Training nach der Geburt – darüber möchte ich euch dann im nächsten Beitrag mehr erzählen. 

 

Baby an Board

Michi über ihre Schwangerschaft:

Anfang Jänner hatten wir die Gewissheit: unser Leben wird sich in diesem Jahr drastisch verändern, denn „wir sind schwanger!“ Es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn man sich dieser Worte zum ersten Mal richtig bewusst wird: zum einen sind da riesengroße Freude, unendlich viel Liebe und tiefe Dankbarkeit…zum anderen aber natürlich auch Ungewissheit, vielleicht sogar etwas Angst vor dem Unbekannten, der neuen Verantwortung/Aufgabe als zukünftige Eltern.

War „es“ denn geplant? Passte „es“ denn in unsere momentane Lebenslage?  – gerade jetzt, wo Daniel die neue große berufliche Herausforderung angenommen hatte…gerade jetzt, wo ich mich wieder 100%ig von meiner langwierigen Verletzung zurück gekämpft und eine erneute Ironman-Hawaii-Qualifikation zum Ziel hatte! Alles Fragen, die wir gestellt bekamen und auch Gedanken, die wir uns selbst ebenfalls machten! Für uns stand schon immer fest, dass wir gerne einmal eine Familie gründen wollen – aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wir werden immer wieder neue Pläne/Ziele haben und mit Herausforderungen konfrontiert werden – „Der richtige Zeitpunkt ist nie und immer.“– ein für uns ganz treffendes Zitat. Wir teilen außerdem schon lange die Behauptung, dass alles im Leben so kommt, wie es kommen soll und einen Sinn hat, und so waren wir dann auch schnell von Anfang an überzeugt, dass genau jetzt, genau der richtige Zeitpunkt für diesen neuen Lebensabschnitt ist.

Foto: Tri Your Life

Was bedeutete die Schwangerschaft nun aber für mein Training und mich als Leistungssportlerin?

Schon einige Zeit bevor ich überhaupt den positiven Schwangerschaftstest in Händen hielt, bemerkte ich bereits, dass etwas mit mir und meinem Körper anders ist. Als Sportler setzt man sich ja täglich intensiv mit dem eigenen Körper auseinander, entwickelt dadurch ein spezielles Körpergefühl und eine hohe Sensibilität. Zwar kann es durchaus vorkommen, dass man die Körpersignale bewusst zu ignorieren versucht, aber grundsätzlich weiß man, wie sich gewisse Trainingseinheiten/Intensitätsbereiche anfühlen sollten – im erholten und auch im ermüdeten Zustand. Daher machten mich eine ungewöhnliche plötzliche Kurzatmigkeit (bereits im Grundlagentraining) und anhaltende Kraftlosigkeit/Müdigkeit schon etwas stutzig. Als dann auch das Einsetzen meiner Tage ausblieb, hatte ich einen leisen Verdacht, der sich schließlich tatsächlich bestätigte – ich war schwanger!

Wir behielten die Nachricht in den folgenden Wochen zunächst noch für uns, nur meinen Trainer informierte ich sofort. Mir war es wichtig, dass er Bescheid weiß und wir mein Training auch dementsprechend anpassen und abstimmen – denn schließlich war ich ab jetzt nicht nur mehr für mich alleine verantwortlich. Mein Fokus änderte sich schlagartig: es ging nicht mehr darum, mich auf die Saison und bevorstehende sportlich Höchstleistungen vorzubereiten, sondern einfach fit und gut durch die Schwangerschaft zu kommen. Die Gesundheit unseres Babys stand für mich ab sofort an oberster Stelle.

Foto: Tri Your Life

Dass Sport in der Schwangerschaft für Mutter und Baby gut ist, steht mittlerweile außer Frage. Aber was heißt das nun genau? Man liest, hört so einiges – von Sportkolleginnen, Ärzten, Physiotherapeuten… jeder macht oder empfiehlt etwas anderes. Das kommt vermutlich auch ganz einfach daher, dass jede Frau und jede Schwangerschaft anders sind. Was für die eine funktioniert, muss der anderen noch lange nicht genauso guttun. Da sich unser Training ohnehin primär nach dem eigenen Körpergefühl richtet anstelle von Zahlen/bestimmten Wattwerten, wollte ich mein Training auch weiterhin auf diese Weise gestalten. Ich war in der glücklichen Lage, dass ich abgesehen von der extremen Müdigkeit und einer nur phasenweise auftretenden Übelkeit keine größeren Beschwerden in meiner Frühschwangerschaft hatte. Daher konnte ich in den ersten Monaten (mit Ausnahme der Intensität) beinahe wie gewohnt nach Trainingsplan trainieren. Allerdings muss ich aber sagen, dass meine Motivation zu diesem Zeitpunkt ziemlich im Keller war und ich mehr aus Routine als aus Lust trainierte. Dass ich mich fürs Training immer wieder überwinden musste, kenne ich von mir für gewöhnlich nicht. Selbst lockere Läufe empfand ich als mühsam. Mein Körper war in diesem Moment sichtlich mit anderen Dingen beschäftigt. Ich hätte gar kein Verlangen mehr nach harten Intervall-Trainings oder Wettkämpfen gehabt. Selbst an guten Tagen konnte ich mich bei allem, was über dem Grundlagenbereich lag, nicht mehr richtig anstrengen…oder vielleicht wollte ich es ganz einfach nicht mehr und es war ein unbewusster, innerer Schutzmechanismus. Meine ursprünglichen Trainingslager-Pläne verwarf ich. Erstens wollte ich nicht weg von Dani und ihn so gut wie möglich in seinem neuen Job unterstützen und zweitens hatte ich nun keine finanziellen Sponsoren mehr und da ich ja auch keine Preisgelder mehr bei Wettkämpfen erzielen würde, war ich quasi arbeitslos und ich musste mich schleunigst darum kümmern, Arbeit zu finden.

Die Schwangerschaft zu genießen begann ich dann im 2.Trimester, um die 15.SSW herum, als die starke Müdigkeit verschwand und mein gewohnter Elan/Tatendrang wieder zurückkehrten. Das Training machte mir wieder Spaß und auch wenn ich merkte, dass ich nun von Woche zu Woche langsamer wurde, fühlte ich mich gut und nicht mehr kraftlos. Am meisten und am liebsten verbrachte ich Zeit im Wasser. Obwohl ich mittlerweile schon eine ziemlich runde Boje im Pool bin, schwimme ich auch jetzt noch fast täglich und fühle mich wohl dabei. Das Radtraining absolvierte ich im Winter wie gewohnt auf der Rolle. Ab dem Frühling wählte ich mein Gravel-Bike für die Ausfahrten, um so gut wie möglich abseits des Straßenverkehrs unterwegs zu sein. Als mein Bauch dann immer größer wurde, verlagerte ich das Radfahren – trotz Schönwetter – dann wieder nach drinnen. Ich fühlte mich nicht mehr wirklich wohl draußen und wollte einfach kein Verletzungsrisiko eingehen. Abgesehen davon, dass mir Rollentraining sowieso nicht wirklich schwerfällt, habe ich in meinem Leben schon so viele schöne Radkilometer in der Natur gesammelt, sodass ich kein Problem damit habe, das Radfahren die paar letzten Monate der Schwangerschaft auf die Rolle zu verlegen. Was das Laufen angeht, war jede Einheit eine Überraschung: mal ging es gut, mal drückte das Baby auf die Blase oder irgendwo anders hin, dass ich den Lauf dann lieber abkürzte oder ein paar Gehpausen einlegte. Ich besorgte mir auf Empfehlung anderer Sportkolleginnen einen Gurt (FITsplint Maternity), der den wachsenden Bauch stützen und den Druck auf die Blase reduzieren sollte. Anfang Mai konnte ich beim Red Bull Wings4Life Run mit 23km noch einen langen Lauf ohne Probleme absolvieren. Danach wurden meine Laufrunden dann aber immer kürzer und um die 30.SSW wurde dann aus dem Laufen ein Wandern. Die Laufbewegung fühlte sich einfach nicht mehr wirklich angenehm an. Regelmäßige Gymnastik (inklusive der wichtigen Beckenbodenübungen), sowie auch Yoga waren ebenfalls Bestandteil meines Trainingsprogramms während der gesamten Schwangerschaft.

40 Wochen dauert diese in der Regel…klingt aufs Erste nach einer halben Ewigkeit. Ich verglich die 40 Wochen immer wieder mit einer Schwimmeinheit, die wir oft am Plan hatten: 40x 100m Kraul. Startet man mit diesem Programm, zieht es sich am Beginn ebenfalls und man denkt, man wird nie fertig. Doch hat man mal die Hälfte geschafft, vergeht die Zeit immer schneller, man spult 100m für 100m herunter bzw. es vergeht eine Woche nach der anderen…und ehe man sich versieht, ist man tatsächlich am Ende angelangt! Mittlerweile bin ich in der 37.SSW – der Endspurt ist angebrochen! Ich bin wirklich sehr dankbar und froh, dass ich bis jetzt so gut durch die Schwangerschaft kam, bis zum Schluss aktiv bleiben konnte und bis auf Sodbrennen keine nennenswerten Beschwerden bekam – das alles ist ganz und gar nicht selbstverständlich.

Wie es dann mit meiner sportlichen Laufbahn nach der Geburt, mit Kind, weitergehen wird, lasse ich vorerst auf mich zukommen. Sport bzw. Triathlon war/ist immer meine große Leidenschaft und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich weiß, dass ich auch nach der Geburt schnell wieder fit werden möchte und mir würden schon noch sportliche Ziele bzw. Wettkämpfe, die ich gern mal machen würde, einfallen. Dass man auch mit Kind seine Profikarriere erfolgreich fortsetzen kann, zeigen ja die mittlerweile zahleichen „Super Mums“ im Triathlon und in anderen Sportarten. Aber ob das auch der passende Weg für mich/uns werden wird, ob sich Familie, Danis Job und Profisport vereinbaren lassen, wird sich zeigen. Erstmal steht für uns jedenfalls was anderes im Vordergrund. Wir haben uns für ein Kind entschieden und jetzt geht es für uns darum, unsere Aufgaben als Eltern bestmöglich zu erfüllen. Wir freuen uns und sind gespannt auf diese ganz neue Art von Challenge!

Fotos: Tri Your Life

 

 

Update 2019: es gibt uns noch…und bald sogar zu dritt…

Lange Zeit war es hier auf unserer Homepage still, nun möchten wir aber doch wieder einmal ein Lebenszeichen von uns geben. All jene, die uns auch über Facebook oder Instagram folgen, wissen ja bereits, dass sich in den letzten Monaten so einiges bei uns getan bzw. verändert hat und für die Glücklichen, die sich den sozialen Medien erfolgreich entziehen, haben wir jetzt ein kurzes Update:

 

Wir waren eigentlich der Meinung, dass das Jahr 2018 mit Danis Rückzug aus dem Profi-Wettkampfsport und der damit einhergehenden h3-sports Shop Eröffnung schon im Zeichen großer Veränderungen stand. Doch 2019 sollte sichtlich noch mehr Neues für uns bereithalten – sowohl in beruflicher, als auch in privater Hinsicht.

Was Erstes angeht, so haben sich für Dani Ende letzten Jahres überraschend neue Türen geöffnet. Neben der Arbeit in unserem eigenen Shop konnte er ein weiteres Projekt (im Bereich Dienstfahrräder für Unternehmen) umsetzen und verbrachte dadurch auch viele Stunden in einem weiteren Radgeschäft – dem Bikepalast Salzburg. Daraus ergaben sich schließlich unerwartet neue Geschäftsmöglichkeiten für ihn. Diese Chance wollte Dani auf jeden Fall annehmen und nützen, auch wenn das die Schließung unseres eigenen Shops bedeutete. Seit Mitte Jänner ist Dani nun als Geschäftsführer im Bikepalast Salzburg tätig. Vom „1-Mann-Garagen-Betrieb“ hin zu einem Unternehmern dieser Größe ist das natürlich ein großer Schritt und eine noch größere Herausforderung beziehungsweise neue Verantwortung. Dass das im Moment mehr als ein Fulltime-Job ist, braucht man vermutlich nicht näher erklären. Aber zum Glück ist Dani aus seiner Zeit als Profisportler an harte Belastungsphasen gewöhnt und motiviert, seine Visionen mit seinem Team in die Tat umzusetzen!

Dani: “ Wir möchten mit dem Bikepalast Salzburg ein Geschäft anbieten, in dem wir für jedermann (vom Pendler, der mit dem E-Bike zur Arbeit fahren möchte, über den Breitensportler  bis hin zum Leistungssportler, und die Kinder nicht zu vergessen) ein passendes Angebot haben und in dem man sich gut & ehrlich beraten fühlt… in unseren Augen sollte dem Fahrradfahren immer mehr Bedeutung geschenkt werden: nicht nur in Hinblick auf die eigene Gesundheit, die Umwelt, sondern auch bezogen auf innerstädtische Verkehrs- und Infrastrukturprobleme! Wir bieten daher nicht nur jedem einzelnen, sondern auch gesamten Unternehmen interessante Angebote an.“

Schaut doch mal im Shop vorbei!

Öffnungszeiten:

Montag/Dienstag/Donnerstag/Freitag: 09:00-18:00 Uhr

Mittwoch: 15:00-20:00 Uhr

Samstag: 09:00-12:00 Uhr

Adresse:

Bayerhamerstraße 20a, 5020 Salzburg

Fotos: Tri Your Life

Abgesehen von Danis neuer beruflichen Situation, gibt es in diesem Jahr aber noch eine andere, noch weitreichendere Veränderung für uns und unser Leben: unser Team Herlbauer bekommt bald ein neues Mitglied – Ende August erwarten wir nämlich unser erstes Kind. Für uns stand schon immer fest, dass wir einmal eine Familie gründen möchten und so ist unsere Vorfreude darüber, dass wir in ein paar Wochen nun tatsächlich Eltern werden, riesengroß. Natürlich sind wir auch ein bisschen nervös: noch ist es schwer vorzustellen, dass wir bald zu dritt sein werden, aber wir sind schon sehr gespannt auf diesen neuen wunderbaren Lebensabschnitt und auf alles, was uns dabei – abgesehen von den schlaflosen Nächten – erwarten wird.

Foto: Tri Your Life

Dass sich Michis sportliche Pläne/Zielsetzungen seit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft vorerst verändert haben, ist klar. Wie es ihr in den letzten Monaten ergangen ist, wie ihr Trainingsalltag aussah und ihre Gedanken darüber, ob und inwieweit sie ihre sportliche Laufbahn zukünftig mit Kind fortsetzen möchte, erfährt ihr in unserem nächsten Blogeintrag.

Wir freuen uns, wenn ihr uns trotz der langen Funkstille – momentan abseits des gewohnten Wettkampfgeschehens – wieder folgt!

Bis bald

Michi & Dani

 

 

 

Individuelle Trainingsbetreuung

Schön langsam neigt sich das Jahr 2018 dem Ende zu, bald steht Weihnachten vor der Tür und ehe wir uns versehen, sind wir schon ins neue Jahr gerutscht! Hast du bestimmte sportliche Ziele für 2019?…sei es deinen ersten Triathlon zu absolvieren, einen Marathon zu laufen, beim Ironman Austria zu starten oder schlicht weg fitter zu werden…, dann wäre es sicher sinnvoll, dir jetzt Gedanken darüber zu machen, wie du vorgehen möchtest, um deine Träume zu verwirklichen und dir einen „Fahrplan“ zur Zielerreichung zurecht legst, denn

„A goal without a plan is just a wish!“ (Antoine de Saint-Exupery)
…und der Wettkampf im Juli ist schneller da als man glaubt!

Du hast dein Ziel vor Augen, bist motiviert dafür zu arbeiten, aber noch etwas planlos, wie du deine Vorbereitung angehen sollst? Vielleicht können wir dich ja auf deinem Weg unterstützen! Wenn du auf der Suche nach einer Trainingsbetreuung bist, helfen wir dir gerne weiter!

Wir betreiben Triathlon zusammen schon mehr als zwanzig Jahre und blicken auf einige schöne Erfolge als Team zurück, unter anderem

13 x Ironman Finish (u.a. IM Austria/Frankfurt/Switzerland/Lanzarote/Hawaii/Texas/Arizona/Louisville)
6 x Langdistanz Podium (4x Platz 2, 2x Platz 3)
5 x Mitteldistanz Gesamtsiege
4 x Ironman SUB 9h (3x Michi,PB: 08:57:23/ 1xDaniel, PB: 08:40:28)
2 x Ironman World Championship Hawaii TOP 20
1 x Ironman 70.3 World Championship TOP15

Wir konnten im Laufe der Zeit von verschiedenen Trainern lernen und wertvolle Erkenntnisse in diversen Trainingsgruppen mit anderen Profitriathleten machen. Wir sind in den letzten Jahren durch die zahlreichen Wettkämpfe sowie Trainingslager sehr viel in der Welt herumgekommen und haben so auch gesehen, wie in anderen Ländern trainiert wird. Wir haben in der Vergangenheit natürlich auch so manche Fehler im Training gemacht, mussten Verletzungen überwinden und durchlebten zusammen die Höhen und Tiefen im Sport. All diese Erfahrungen, die wir als Profisportler über die Jahre gesammelt haben, möchten wir gerne weitergeben! Wir bieten:

  • Individuelle Trainingsplanung für alle Triathlon- und Laufdistanzen
  • Techniktraining Schwimmen/Radfahren/Laufen
  • Tips zur Ernährung im Alltag/Training/Wettkampf

@photo credit: James Mitchell

Unsere Trainingsphilosophie unterscheidet sich etwas von der klassischen Trainingslehre, die großteils im deutschsprachigen Raum gängig ist. Unser Training ist nicht periodisiert, sondern ist zyklisch aufgebaut. Unsere Philosophie ist, dass es 5 Systeme zu trainieren gibt (Ausdauer/Schnelligkeit/Kraft/Laktatoleranz/Neuromuskuläres System) Wir trainieren immer – d.h. zu jeder Jahreszeit- alle 5 Systeme, je nach Phase mit spezifischem Schwerpunkt auf ein System. Unser Training ist dabei so aufgebaut und aufeinander abgestimmt, dass während ein System trainiert wird, das andere System rastet. Wir sind der Meinung, dass man auf diese Weise qualitativer und in Summe auch mehr trainieren kann. Du bekommst von uns keinen Monatsplan im voraus, sondern einen individuell auf dich und deine Termine abgestimmten Wochenplan bzw. im Bedarfsfall auch einen Plan „day by day“. Du sollst nicht dein gesamtes Leben um dein Training herum basteln müssen, sondern wir achten darauf, dass dein Training in deinen Alltag integriert ist! Wir legen keinen zu großen Wert auf Zahlen und Werte im Training, sprich wir trainieren nicht strikt nach Laktat- und Wattwerten. Unser Training ist „Effort gesteuert“ – d.h. es geht darum, auf das Körpergefühl zu hören anstatt auf bestimmte Puls- oder Wattwerte zu schauen – nach dem Motto

„do the best you can do today“!

@ photo credit:James Mitchell

Wenn dich das ansprichst und du noch mehr Infos haben möchtest, kontaktiere uns einfach! Wir begleiten bereits einige Athleten und freuen uns, wenn auch du Teil unseres h3-Teams wirst!

Michi & Dani

Kontakt:  michaela@herlbauer3.at 0043 650 9073275

2.Platz Ironman Louisville

Am 14.10.2017 hatte ich mir bei der Ironman WM auf Hawaii eine Fraktur meines 2.& 3. Mittelfußknochens zugezogen. Genau ein Jahr später, am 14.10.2018 stand ich in Louisville/Kentucky wieder gesund und fit an der Startlinie eines Ironmans – diese Tatsache alleine war für mich bereits ein großer Erfolg. Ich war mit meinem bisherigen Saisonverlauf nach der Verletzung nicht unzufrieden (7 absolvierte Rennen – 1 Olympische Distanz/ 6 Mitteldistanzen – darunter zwei Siege und ein WM Top 15 Ergebnis), aber ich vermisste es sehr, auf meiner Lieblingsdistanz, der Langdistanz, zu starten. Meine Vorfreude auf den IM Louisville war dementsprechend groß – die Ungewissheit, wie ich mich nach einem Jahr Ironman-Pause schlagen würde, allerdings ebenso.

Mein oberstes Ziel war es in erster Linie, ein gutes Rennen zu absolvieren und den Marathon ohne Fußprobleme bewältigen zu können. Natürlich reiste ich aber auch mit Podiumsambitionen nach Amerika und nachdem sich das Qualifikationssystem für die Ironman WM auf Hawaii nun verändert hat (Sieg = Qualifikation) würde genau genommen nur der 1.Platz zählen!
Ich hatte gut trainiert und war bereit für die große Herausforderung. Die letzten Trainingseinheiten vor dem Rennen stimmten mich zuversichtlich und gaben mir, vor allem was das Laufen anging, nochmal richtig Selbstvertrauen. Ich fühlte mich von Anfang an wohl in Louisville und war von der Stadt und der Gegend positiv überrascht. Wir hatten auch wieder riesiges Glück mit unserem Homestay und hätten uns keine bessere „Gastmutter“ wünschen können. Alles passte…

 

…bis drei Tage vor dem Wettkampf eine Kaltfront über Kentucky hereinzog. Schwitzten wir zu Beginn der Woche noch bei über 30 Grad und Sonnenschein, wachten wir am Donnerstag Morgen bei schockierend kalten 5 Grad auf. Ich versuchte optimistisch zu bleiben, zumindest schien die Sonne nach wie vor und die Hoffnung, dass es bis zum Wettkampf am Sonntag wieder wärmer werden würde, lebte – erfüllte sich jedoch leider nicht. Ganz im Gegenteil: zu den kalten Temperaturen wurde noch eine Regenwahrscheinlichkeit von 90% vorhergesagt. Als mir bei meiner Wettkampfvorbereitung am Samstag -warm angezogen und ohne Regen – nach einer Stunde Radfahren schon brutal kalt wurde, schwappte meine Zuversicht in regelrechte Panik über. Wie sollte ich 180 Kilometer bei dieser Kälte und zusätzlicher Nässe bewältigen? Es musste schnell ein Plan her…und wir machten uns am Nachmittag in Louisville noch auf die Suche nach einem Radgeschäft, um wärmere Überschuhe und Handschuhe zu besorgen – passend für meine Größe keine leichte Aufgabe, aber zum Glück wurden wir fündig. Klar war, dass ich nach dem Schwimmen in der ersten Wechselzone so viel wie möglich anziehen musste, auch wenn das eine langsame Wechselzeit bedeutete und eine Katastrophe in Hinblick auf jegliche Aerodynamik darstellte. Das musste ich einfach in Kauf nehmen, wenn ich durchkommen wollte…und das wollte ich unbedingt: all die Vorbereitung, die weite mit Kosten verbundene Anreise, Dani hatte sich extra Urlaub genommen…

Obwohl mir solche Bedingungen alles andere als liegen, versuchte ich am Rennmorgen positiv zu bleiben. Der Start sollte um 7:25 Uhr erfolgen. Um 7:00 Uhr ertönte dann die Ansage, der Start würde sich auf 8:00 Uhr verschieben und die Schwimmstrecke müsste aufgrund der starken Strömung im Ohio River verkürzt werden. Zeit zum Ärgern blieb nicht, es galt sich auf die neue Situation einzustellen und vor allem warm zu bleiben…und dann ging es endlich los: ich erwischte einen guten Start und hatte super Arme. Bei der zweiten Boje, die wir diagonal gegen die Strömung anschwimmen mussten, konnte ich den Grund für die Kürzung der Schwimmstrecke nachvollziehen: die Strömung war so stark, dass ich die Boje zwar sah, aber irgendwie nicht wirklich näher kam und als ich es geschafft hatte, drückte es mich mit einer Wucht unter Wasser gegen die Verankerung der Boje, dass ich mit dem Fuß hängen blieb und für einen kurzen Augenblick dachte, ich müsste ertrinken. (Im Nachhinein erfuhr ich, dass viele andere die gleichen Probleme hatten) Nach diesem Schreckmoment brauchte ich etwas bis ich wieder ins Schwimmen kam, ich war zwar nun alleine unterwegs aber von da an ging es schnell, stromabwärts zum Schwimmausstieg. Trotz meines langsamen Wechsels stieg ich dann als 3.Dame mit Überschuhen, Handschuhen, Arm-/Kniewärmern, Stirnband, Halstuch, Regenjacke aufs Rad. Selbst in dieser vollen Montur war mir bereits nach 45 Minuten so kalt, dass ich ärgste Zweifel hatte, das Ziel an diesem Tag überhaupt erreichen zu können. Meine Finger waren derart steif, dass ich Mühe hatte, meine Trinkflaschen/die Ernährung zu greifen, selbst das Drücken der elektronischen Schaltung mit meinen Daumen war zum Teil nicht mehr so leicht. Mein Gesicht und mein ganzer Körper waren wie eingefroren. Nach rund 30km stand Dani am Streckenrand und ich war kurz davor, bei ihm stehen zu bleiben und das Rennen zu beenden. Ich brachte es aber nicht übers Herz und hatte ständig das Zitat „I didn’t come this far, to only come this far!“ im Kopf und so fuhr ich halb weinend bei ihm vorbei.

Ich beschloss für mich, alles zu geben und so lange zu fahren, bis es wirklich nicht mehr gehen würde. Ich fühlte mich nicht wie in einem Wettkampf, sondern vielmehr wie in einem „Survival-Camp“. Die Strecke war bis auf die ersten und letzten 30 Kilometer sehr hügelig (insgesamt rund 1500HM). Ich versuchte die Anstiege voll zu fahren, um etwas auf Temperatur zu kommen. Ich hatte keine Ahnung wie groß der Abstand nach vorne war. Das war mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt auch egal. Ich wollte es einfach nur irgendwie in die zweite Wechselzone schaffen. Das gelang mir und ich war so froh, endlich laufen zu dürfen. Nun wusste ich, dass ich ins Ziel kommen würde. Dani informierte mich, dass der Abstand aufs Podium 8 Minuten betrug und die Führende mit 18 Minuten weit voraus lag – nicht gerade das, was ich hören wollte! Jetzt hieß es richtig Gas geben. Ich fand überraschend schnell einen super Rhythmus und trotz der kalten Muskeln, fühlte sich mein Laufen richtig gut an.

Ich hatte nichts zu verlieren und startete meine Aufholjagd. Ich konnte mich schnell auf Platz 3 vorarbeiten, kämpfte weiter und 5 Kilometer vorm Ziel überholte ich noch Vorjahressiegerin Lisa Roberts. Auch der Abstand auf die Erstplatzierte Jennifer Spieldenner schrumpfte, aber die Zeit reichte nicht mehr aus und ich bog schließlich als Zweite mit gemischten Gefühlen in den Zielkanal auf der 4th Street.

Ein 2.Platz bei meinem Langdistanz-Comeback bei solch schweren Bedingungen – an sich ein gutes Ergebnis. Ich bin stolz auf mich, dass ich mich durchgekämpft habe und habe wieder einmal gesehen, wie viel man alleine mit einem starken Kopf schaffen kann. Das beeindruckt und fasziniert mich immer aufs Neue und ist genau der Grund, warum mich die Langdistanz so reizt! Außerdem freue mich riesig über die schnellste Marathonzeit von 03:00:22 OHNE Fußprobleme! Dafür bin ich mehr als dankbar!

Aber logisch, ich habe mich schon mal mehr über einen 2.Platz gefreut! (Mittlerweile 4x IM Platz 2)
Dass ich am Ende den Sieg und somit die Hawaii-Qualifikation doch so knapp, um zwei Minuten, verpasst habe, schmerzt schon etwas. Im Nachhinein findet man in einem Wettkampf von ungefähr 9 Stunden doch ein paar Gelegenheiten, in denen man vielleicht die zwei Minuten hätte gutmachen können – aber dann auch wieder nicht. Ich weiß, ich habe mein Bestmögliches an diesem Tag gegeben. Jedoch meine Leistung am Rad ist einfach nicht da, wo sie sein muss. Beim Radfahren hatte ich die gesamte Saison über schon mein größtes Defizit. Das gilt es nun nochmal genauer zu analysieren und für kommendes Jahr zu verbessern. Gleichzeitig werde ich all das Positive aus diesem letzten Rennen fürs Wintertraining mitnehmen – Motivation und Ansporn für 2019 sollte ich jetzt mehr als genug haben! Doch zuerst ist mal etwas Erholung angesagt!

Großes Dankeschön an meinen Schatz Dani, der mich einmal mehr bestens betreut hat, an unsere Gastmama Molly, meinen Coach Woody und natürlich an meine Familie und meine Sponsoren/Ausrüster.

Bis bald
Michi

15.Platz Ironman 70.3 World Championship Nelson Mandela Bay/ Südafrika

Die Ironman 70.3 WM hatten wir für die Saison 2018 ursprünglich gar nicht auf dem Radar, vielmehr lebte anfangs noch die Hoffnung, sich wieder für die Ironman WM auf Hawaii zu qualifizieren. Nachdem Michis Genesungsprozess nach der Fußverletzung aber doch länger gedauert hatte, mussten wir dann Anfang Juni einsehen, dass Kona in diesem Jahr kein Thema werden würde. Auf Biegen und (im wahrsten Sinn des Wortes) Brechen wollten wir die Qualifikation, sprich das Punktesammeln nicht weiter verfolgen. Ein oder vermutlich zwei gute Ironman-Ergebnisse wären auf jeden Fall für die Quali nötig gewesen und Michi fühlte sich noch nicht wieder bereit, einen vollen Marathon zu laufen. Auch wenn es mit Sicherheit die vernünftigere Entscheidung war – vor allem auch in Hinblick auf Michis weitere sportliche Zukunft – fiel sie uns alles andere als leicht und die Enttäuschung war dementsprechend groß.
Doch manchmal muss man vielleicht einen Schritt zurück machen, um wieder vorwärts zu kommen. Erfreulicherweise bewahrheitete sich die berühmte Redensart „wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich dafür eine andere“…denn kurz darauf erfuhr Michi, dass sie sich für die Ironman 70.3 WM Nelson Mandela Bay/Südafrika qualifiziert hatte. Wir waren zunächst unsicher, ob Michi den Slot überhaupt annehmen sollte…Südafrika liegt ja nicht gerade ums Eck, das Thema Kriminalität und Sicherheit beschäftigte uns ebenfalls und wirklich große Chancen konnte sich Michi auf der Halbdistanz nicht ausrechnen. Aber die Möglichkeit, als Profi bei einer WM zu dabei zu sein, ist in unseren Augen einfach etwas Besonderes und außerdem war die Qualifikation genau der nötige Motivationsschub, den Michi im Training gerade brauchte. Mit einem neuen großen Ziel vor Augen, trainierte es sich gleich wieder um einiges besser. Viel Zeit war bis zum Wettkampf am 01.September aber nicht mehr und da die Form, vor allem am Rad, noch nicht wirklich WM-würdig war, entschied sich Michi Anfang August für einen Intensiv-Trainingsblock auf Lanzarote, um noch das Optimum herausholen zu können. Gerade die dort vorherrschenden windigen, rauen Bedingungen sollten sich, den Erzählungen nach, ideal als Vorbereitung für Südafrika eignen. Wir waren sehr gespannt, was uns erwarten würde und mit dem Ziel einer Top 15 Platzierung, ging es dann nach Port Elizabeth.

Unser erster Eindruck von PE war gleich sehr positiv: mit der Wahl unseres Apartments hätten wir es kaum besser erwischen können, denn wir waren nicht weit vom Wettkampfgelände und der Lauf-und Radstrecke entfernt und der Hausbesitzer war selbst begeisterter Radfahrer und Triathlet. Uns war auch schnell klar, warum die Stadt „The Friendly City“ genannt wird. Die Leute, mit denen wir Kontakt hatten, waren durch die Bank wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Dass die Kriminalität durch die große Armut dennoch hoch sein musste, machten die hohen Mauern und Elektrozäune rund um die Wohnhäuser offensichtlich. Uns Österreicher ist einem dieses Gefühl der Unsicherheit, wenn man auf die Straße oder zum Trainieren geht, einfach fremd. Aber wir hielten uns an die Empfehlungen unseres Vermieters, vermieden es, sich nach Einbruch der Dunkelheit draußen aufzuhalten und wagten auch keine größeren Erkundungstouren mit unseren Rädern und so machten wir zum Glück keinerlei schlechte Erfahrungen. Erschrocken waren wir zu Beginn allerdings vom Wetter, denn wir hatten nicht wirklich bedacht, dass Ende August genau genommen noch Winter in Südafrika herrschte. Starker böiger Wind (PE trägt auch den Namen „The Windy City“), sehr kühle Temperaturen und ein erfrischendes Meer von gut 15° Grad brachten Michi in Hinblick auf den Wettkampf etwas ins Schwitzen. Doch der Wetterbericht versprach Besserung und die Bedingungen wurden bis zum Renntag tatsächlich täglich besser.
Hart würde das Rennen ohnehin werden: besonders in der Radstrecke sah Michi eine große Herausforderung. Sie hatte zwar nicht wirklich viele Höhenmeter, war aber aufgrund der größtenteils mehr als holprigen Straßen trotzdem sehr kräfteraubend.

Michi zum Rennen:
Dem Rennen in PE eilte ein sehr guter Ruf voraus und in meinen Augen erfüllte es wirklich alle Erwartungen. Bestens organisiert, schöne/anspruchsvolle Strecken, begeisterte Zuschauer an der Laufstrecke…und komplett getrennte – d.h. eigene – Rennen für Damen und Herren – was will man(n)/frau mehr? Besonders stimmungsvoll war das Vorstart -Prozedere mit der Athletenvorstellung, Trommlern, einem südafrikanischen Gebetsgesang und dem Spielen der Nationalhymne. Aber geladen an der Startlinie stehend, war ich sehr froh, als dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich um 7:30 der Kanonenschuss erfolgte und wir uns in die Fluten des Indischen Ozeans stürzen konnten. Ich erwischte einen guten Start, hatte gute Arme und konnte mich wie erwartet in der zweiten großen Gruppe platzieren. Die Ausgangslage nach dem Schwimmen war gut, aber wie schon so oft, schaffte ich es nicht, mich zu Beginn in der einer Gruppe zu platzieren und somit war ich für die restliche (90km lange) Radstrecke auf mich allein gestellt – für die Vorderen zu langsam, zu schnell für die Hinteren…doch ich war nach Südafrika gekommen, um alles aus mir rauszuholen und daher ließ ich keine negativen Gedanken aufkommen und pushte was ging. Im Vorfeld des Rennens machte mir eine muskuläre Verhärtung im Oberschenkel ziemlich zu schaffen. Aber dank Danis täglicher Behandlungen hatte ich soweit keine Probleme und ich brachte deutlich mehr Druck aufs Pedal als bei meinen letzten Rennen.

Abgesehen von den ersten 5 Damen, war der Abstand nach dem Radfahren sogar kleiner als erwartet und ich ging sehr motiviert auf den abschließenden Halbmarathon. Ich war zwar ziemlich platt vom Radfahren und meine Oberschenkelmuskulatur war mittlerweile schon etwas beleidigt. Trotzdem hatte ich kein schlechtes Gefühl, hörte nicht auf zu kämpfen und versuchte alles – aber leider vergeblich- um noch ein paar Plätze nach vorne gut zu machen. Am Ende war ich froh, als ich als 15.Dame in den Zielkanal einbiegen durfte. Mein Ziel – TOP 15 – hatte ich somit erreicht. Ich wusste, ich hatte alles gegeben und konnte mir an diesem Tag nicht viel vorwerfen.

Vor allem in Anbetracht meiner langwierigen Verletzung und fast 6 Monaten Laufpause bin ich zufrieden mit dem Ergebnis und überglücklich, dass ich schmerzfrei bin. Ich weiß, das ist nicht selbstverständlich. Langezeit hatte ich gedacht, dass ein schmerzfreies Laufen für mich nie mehr möglich wäre! #comebackstronger …klingt cool und schreibt sich leicht, es dann tatsächlich umzusetzen, ist aber echt hart…noch dazu wenn Niveau und Dichte von Jahr zu Jahr einfach noch höher werden! Die Zeiten, die mittlerweile abgeliefert werden, sind mehr als nur beeindruckend. Ich bin stolz mich mit den Schnellsten der Welt messen zu können und mich dabei gar nicht mal so schlecht zu schlagen…und ich bin vor allem eines: motiviert, weiter konsequent zu arbeiten und zu versuchen, den Abstand nach vorne zu verkleinern!
Ein riesiges DANKESCHÖN an alle, die mich auf diesem Weg unterstützen – allen voran mein Schatz Dani, meine Familie, mein Coach Alun Woodward, unsere Freunde und natürlich alle Sponsoren/Ausrüster!

 

Die Saison 2018 ist aber noch nicht vorbei und uns schwirrt schon wieder das nächste
Vorhaben im Kopf herum 😉 …mehr dazu etwas später!
Wir halten euch auf dem Laufenden!

Bis bald
Michi & Dani

2.Platz Trumer Triathlon/ Österreichische Staatsmeisterschaften (Mitteldistanz)

Nach 5 Jahren Trumer Triathlon Pause sollte es in diesem Jahr endlich wieder mit einem Start für Michi klappen. Vorfreude und Motivation auf das Heimevent in Obertrum waren groß: ein Rennen Zuhause ist immer etwas Besonderes und noch dazu ging es um den Österreichischen Staatstmeistertitel auf der Mitteldistanz. Auch wenn es schwer werden würde, Michis großes Ziel war natürlich, den Sieg und somit den Titel nach Salzburg zu holen. Aber ein Rennen ist bekanntlich kein Wunschkonzert und nach Wunsch verlief vergangenen Sonntag leider so manches nicht:

Michi zum Rennen:
Obwohl das Wetter am Rennmorgen nicht wirklich nach meinem Geschmack war, war ich fest entschlossen und bereit, auf heimischen Boden alles zu geben. Aber leider fehlte mir an diesem Tag von Anfang an der nötige Punch: schon beim Schwimmen fühlte ich mich bald nach dem Start kraftlos und konnte den Wasserschatten von Beatrice Weiss nicht lange halten. Nach den 1,9 Kilometern stieg ich wie erwartet – jedoch mit mehr Rückstand als erhofft (2 Minuten)- als 2.Dame hinter Beatrice aus dem Wasser. Es war anzunehmen, dass ich am Rad weiter Zeit nach vorne verlieren würde: die hügelige Radstrecke sollte mir zwar normalerweise entgegen kommen. Doch im Moment stehe ich mit der 2.Disziplin ein wenig auf Kriegsfuß und auch die nass-kalten Bedingungen spielten mir nicht unbedingt in die Karten. Aber manchmal muss man eben versuchen, auch aus einem schlechten Blatt etwas zu machen…und es war klar, dass ich in der Heimat, mit Familie/Freunden & Bekannten an der Strecke, bis zum Schluss kämpfen würde…
letzten Endes wurde es noch ein harter Kampf: mit zunehmender Renndauer machte mir die Kälte immer mehr zu schaffen und ich war sehr froh, als ich nach den drei Runden (88km) endlich vom Rad steigen durfte…leider mit 5:40 Minuten Rückstand auf Platz 1. Ich probierte alles, um das Rennen auf der Laufstrecke nochmal spannend zu machen. Aber mein Körper war leer, meine Finger eingefroren, sodass ich meine Laufschuhe erst nach 3 Kilometern richtig zumachen konnte. Mit der Zeit kam ich eine Spur besser ins Laufen und machte konstant Zeit gut, jedoch deutlich zu wenig, um von einer wahren Aufholjagd sprechen zu können. Trotz des „Sauwetters“ war die Stimmung entlang der Strecke wirklich spitze und mit Hilfe der enormen Unterstützung der Zuschauer (Vielen Dank!!!) konnte ich nochmals all meine Kräfte mobilisieren und mir am Ende den 2.Platz und den Vize-Staatsmeistertitel sichern! Herzlichen Glückwunsch an Beatrice für ein echt starkes Rennen und Gratulation auch an alle, die es unter den harten Bedingungen an diesem Tag ins Ziel geschafft haben! Riesen Chapeau an Sepp Gruber und sein gesamtes Team, die wieder ein 1A Triathlon-Event auf die Beine gestellt haben! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr…hoffentlich bei Sonnenschein 😉

Nach dem intensiven Rennblock seit Anfang Juni, steht nun mal etwas Erholung auf dem Programm…ehe es dann nächste Woche mit der unmittelbaren Vorbereitung für die Ironman 70.3 WM in Südafrika am 01.09. weitergeht.

Bis bald
Michi & Dani

5.Platz Ironman 70.3 Jönköping

Was macht man(n), wenn frau unbedingt beim Ironman 70.3 Jönköping starten möchte – Zeit und Budget aber begrenzt sind? Man(n) fährt mal schnell 1500 Kilometer mit dem Auto nach Schweden, campt, frau macht Wettkampf und danach fährt man(n) wieder 1500 Kilometer retour…klingt und ist vielleicht ein bisschen verrückt…aber wie schon Erasmus von Rotterdam gesagt hat: „Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit!“ 😉

Schweden und das Rennen waren die lange Reise auf jeden Fall wert…auch wenn es am Ende

der 5. und nicht der erhoffte Podiumsplatz wurde…

Michi zum Rennen:
Nachdem ich vor ein paar Wochen das Rennvideo vom 70.3 Jönköping 2017 gesehen und von einigen Athleten schon viel Positives über den Wettkampf gehört hatte, MUSSTE ich mich für diesen Halbironman einfach anmelden…und es war tatsächlich eines der schönsten 70.3 Rennen, die ich bisher gemacht habe – angefangen von den Streckenführungen in allen drei Disziplinen, der Organisation bis hin zu den Zuschauern & der Stimmung. Das Bilderbuch-Wetter mit blauem Himmel, Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen am Renntag war dann noch das Tüpfelchen auf dem i…besser hätte es nicht wirklich sein können…ausser, dass ich mich körperlich beim Aufwärmen gerne eine Spur besser gefühlt hätte. Irgendwie wollten meine Beine trotz der späten Startzeit (08:50) nicht so recht aufwachen. Doch ich hoffte, dass sich das nach dem Fallen des Startschusses ändern würde. Meine Arme waren auf jeden Fall munter und wie auch schon bei den letzten Rennen, klappte das Schwimmen (1,9km) wieder sehr gut: zum ersten Mal bei einem 70.3 gelang es mir, mich in der Spitzengruppe platzieren. Knapp hinter Vize-Olympiasiegerin Lisa Norden aus dem Wasser zu steigen und gemeinsam mit ihr in die Wechselzone zu laufen, war ein geniales Gefühl und Motivation pur. Am Rad ging dann gleich richtig die Post ab – aber leider ohne mich: abgesehen von einem etwas längeren Anstieg zu Beginn, war die Runde leicht wellig, gespickt mit ein paar richtig schnellen Passagen. Ich rechnete damit, dass ich auf diesem Kurs im Vergleich zu den großen Athletinnen einiges an Zeit verlieren würde…aber dass der Rückstand nach vorne so groß wurde, war mehr als unerfreulich. Die Radstrecke war traumhaft, doch wie schon zwei Wochen zuvor beim Chiemseetriathlon konnte ich sie nicht wirklich genießen und brachte ich nicht den nötigen Druck aufs Pedal. Nach einsamen 90 Kilometern wechselte ich als 5.Dame auf die Laufstrecke und hoffte zumindest auf gute Laufbeine.

Doch auch das Laufen (21,1km) ging schwerer von der Hand als gewünscht. Umso überraschte war ich, als mir Dani am Ende der ersten Laufrunde zurief, dass ich deutlich schneller unterwegs war, als die vorderen Damen. Ich schöpfte neuen Mut und versuchte nochmals all meine Kräfte zu mobilisieren, um vielleicht doch noch ein, zwei Plätze gut zu machen. Aber in der Mitte der dritten und letzten Runde musste ich dann einsehen, dass der Rückstand nach dem Radfahren an diesem Tag einfach zu groß war und ich keine Chance mehr aufs Podest hatte. So lief ich schließlich als 5.Dame, zugegeben ein bisschen enttäuscht, ins Ziel. Doch ein Rennen ist kein Wunschkonzert und Fakt ist, dass meine Radform im Moment einfach nicht da ist, wo sie schon einmal war beziehungsweise wo sie sein sollte. Trotzdem kann ich auch sehr viel Positives von dem Wettkampf mitnehmen: ein 5.Platz in einem Top-Starterfeld ist alles andere als schlecht und ich freue mich sehr über meine Schwimmleistung und noch viel mehr darüber, dass meine Laufform fast wieder „die Alte“ ist (2.schnellste Laufzeit) und ich nach dem Rennen keine Schmerzen im Fuß spüre!

Nun gilt es, sich gut von der langen Reise und dem Rennen zu erholen, zu analysieren und möglichst rasch schnellere Radbeine zu finden – denn bis zum nächsten Wettkampf ist es nicht mehr weit:

Trumer Triathlon (Mitteldistanz/ Österreichische Staatsmeisterschaft) am 22.07.

bis bald
Michi & Dani

 

1.Platz EBERL CHIEMSEE TRIATHLON (Mitteldistanz)

Seit vergangenem Wochenende wissen wir, warum der Chiemseetriathlon „Das Rennen“ genannt wird. Dem gesamten Wechselszene-Veranstaltungsteam rund um Organisator Sven Hindl ist es gelungen, ein geniales, mehrtägiges Triathlon-Event auf die Beine zu stellen…das mit den unterschiedlichen Distanzen sowohl Triathlon-Neulinge, als auch Profis lockt und das sich mit dem Paratriathlon & dem Austragen der Gehörlosen-Meisterschaft auch stark sozial engagiert.

Wer ein anspruchsvolles, top-organisiertes Rennen mit starkem Starterfeld und einladendem familiären Flair sucht, der ist am Chiemsee genau richtig.
Michis Entscheidung für eine Teilnahme fiel sehr kurzfristig. Aufgrund der Nähe zu Salzburg/dem geringen Reiseaufwand und der Qualität des Rennens passte uns der Wettkampf, der dem weiteren Formaufbau dienen sollte, perfekt ins Konzept. Michi zählte schon im Vorhinein zum Kreis der Favoritinnen und konnte das Rennen schließlich auf der Laufstrecke tatsächlich eindeutig vor Anna-Lena Pohl und Jenny Schulz für sich entscheiden.

Michi zum Rennen:

Ich war sehr froh, dass es der Wettergott gut mit uns Athleten meinte und uns mit Regen/Kälte/Wind verschonte, sodass die Bedingungen letzten Endes bis zum Start des Rennens um 09:00 Uhr Früh richtig gut wurden. Die Instruktionen meines Trainers „treat it like an Olympic distance“ waren klar. Ich war jedoch nicht ganz sicher, inwieweit ich die Anleitung (mit einer doch spürbaren Müdigkeit aus dem letzten Trainingsblock) umsetzen konnte. Mit Anna-Lena Pohl war eine starke Schwimmerin am Start und mein Ziel war es, solange wie möglich mit ihr mit zu schwimmen. Das klappte bedingt. Ich verpasste zwar ihren Wasserschatten gleich nach dem Start, fand dann aber sofort gut ins Schwimmen und konnte so den Abstand auf den gesamten 2km gleich halten. Am Ende stieg ich als 2.Dame mit gut 15 Sekunden Rückstand aus dem Bayrischen Meer. Nachdem ich es nach ein paar Schwierigkeiten endlich in meine Radschuhe geschafft hatte, wollte ich natürlich gleich versuchen, die Führung am Rad (80km) zu übernehmen. Aber auf der selektiven, technisch anspruchsvollen Strecke fand ich weder Rhythmus, noch brachte ich den erhofften Druck aufs Pedal. Der Kurs war schön, aber für mich war es an diesem Tag ein Kampf. Gegen Ende der ersten Runde erlebte ich dann auch noch eine heftige Schrecksekunde: in einer Kurve bemerkte ich viel zu spät, dass wir wegen des Verkehrs auf die Gegenfahrbahn geleitet wurden. Ich konnte zwar noch verhindern, dass ich in das Absperrband fuhr, musste dann aber einen Abstecher in das angrenzende Feld machen, um einen Sturz zu vermeiden. Das Timing war denkbar schlecht und ich involvierte bei dieser Aktion das von hinten kommende Fotografen-Motorrad mit Ingo Kutsche, das dann auch noch umfiel. (SORRY!!)

Doch wir hatten alle Glück, nichts war passiert und ich konnte das Rennen nach dem kurzen Zwischenstopp – mit einer ziemlichen Wut über mein eigenes Verschulden- wieder aufnehmen. Mein Ärger erwies sich dann zumindest als nützlicher Antrieb: in der zweiten Radrunde ging es gefühlt deutlich besser voran und ich konnte bis zum 2.Wechsel wieder Zeit auf Anna-Lena gutmachen. Mit weniger als 1Minute Rückstand ging ich dann auf die 20km lange Laufstrecke. Ich kannte sie nur vom Hören-Sagen…sie erfüllte aber alle Versprechungen und war mit einigen knackigen Anstiegen tatsächlich sehr kräfteraubend. Meine Laufbeine fühlten sich von Beginn an gut an und ich konnte noch vor Ende der ersten Laufrunde in Führung gehen. Während ich beim Ironman 70.3 Staffordshire zwei Wochen zuvor, nach rund 15Km einen Einbruch hatte, konnte ich dieses Mal mein angeschlagenes Tempo bis zum Ende ohne Probleme durchziehen, so meinen Vorsprung letzten Endes noch auf knapp 5 Minuten bis ins Ziel ausbauen und den Zieleinlauf mit den zwei Kids an den Händen richtig genießen! Glückwunsch an Anna-Lena und Jenny! Und großes Dankeschön an meinen Schatz für die super Betreuung, an meine Eltern für den spontanen Besuch und an den tollen Support der vielen Zuschauer an der Strecke!

Ich bin natürlich sehr glücklich über diesen Sieg und abgesehen vom Radfahren bin ich mit meiner Leistung an diesem Tag recht zufrieden. Besonders freut mich, dass meine Laufform zurück kommt und mir mein Fuß nach dem Wettkampf kaum mehr Probleme macht!
Das Rennen ist mehr als ein gutes Trostpflaster dafür, dass ich kommendes Wochenende beim Ironman Austria nicht an der Startlinie stehen kann. Trotzdem würde ich lügen, wenn ich sage, dass ich nicht traurig bin. Aber das ist vermutlich auch gut so – denn das zeigt mir, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder in Klagenfurt mit dabei sein möchte! Ich wünsche allen Startern – besonders unseren Freunden und Daniels Athleten- ALLES GUTE & ein SUPER Rennen! Ich werde den ganzen Tag Daumen drücken! Da mir das Zuschauen aber einfach zu schwer fallen würde, konzentriere ich mich lieber Zuhause auf mein Training und das nächste Rennen, den Ironman 70.3 Jönköping am 08.07.
Bis bald
Michi & Dani

 

Fotocredits: Ingo Kutsche (vielen Dank!)

Wir sind wieder online…

Das Face-Lifting unserer Homepage dauerte etwas länger als geplant, daher war es hier seit dem Jahreswechsel still um uns. Getan hat sich in den letzten Monaten aber einiges und wir freuen uns, dass wir euch ab jetzt wieder regelmäßig mit Updates versorgen und euch auf dem Laufenden halten können…

Kurzer Rückblick…

So ereignisreich wie das Jahr 2017 mit unserer Shop Eröffnung endete, so spannend und turbulent ging es im neuen Jahr weiter. Seit wir das h3 sports Projekt ins Leben gerufen haben, kommt laufend Neues auf uns zu, verbunden mit vielen Veränderungen und Herausforderungen. Während das Geschäftsleben nun für Dani im Mittelpunkt steht, gilt Michis Konzentration nach wie vor dem Training und den Wettkämpfen. Diese neue unterschiedliche Rollen- und Aufgabenverteilung bedeutet natürlich eine große Umstellung für uns. Haben wir in der Vergangenheit durch das gemeinsame Training überdurchschnittlich viel Zeit zusammen verbracht, sind wir jetzt auf Trainingslager oder bei Rennen öfters getrennt und wir können im Moment nicht mehr so viel gemeinsam trainieren, wie wir gerne würden. Es ist für uns beide sehr ungewohnt und auch nicht so einfach, aber wir sehen es als neue Art von Challenge. Auch wenn wir uns derzeit auf unterschiedliche Dinge konzentrieren müssen, sind wir weiterhin ein Team und versuchen uns gegenseitig so gut es geht zu unterstützen.

Foto Credits: James Mitchell

Sportlich gesehen stand die Saison 2018 für Michi lange Zeit unter einem großen Fragezeichen, da nicht abzusehen war, wann Michi nach ihrer Fußverletzung wieder richtig einsatzbereit ist. „Day by day“ war unser Motto und die einzig mögliche Strategie. Wir wussten, dass der Genesungsprozess länger dauern wird. Dass sich der Wiedereinstieg ins Laufen jedoch so mühsam und langwierig gestaltete, damit hatten wir nicht wirklich gerechnet. Der Bruch war zwar nach 9 Wochen Gips gut verheilt, aber Michi hatte immer noch Schmerzen. Der gesamte Fuß (Sehnen/Bänder usw.) musste sich nach der langen Ruhigstellung erst langsam wieder an die Belastung gewöhnen. Zum Glück hatte sie die Möglichkeit, sich auf einem Antigravity-Treadmill mit reduziertem Körpergewicht Schritt für Schritt wieder ans Laufen heranzutasten. Seit dem ersten Trainingslager auf Lanzarote Anfang März ging es dann aber konstant und endlich schneller bergauf. Daher folgte kurz danach gleich ein weiterer Trainingsblock auf unserer geliebten Trainingsinsel. Michi machte mit jedem Lauf sichtbare und spürbare Fortschritte. Das Training in den anderen zwei Disziplinen lief auch sehr zufriedenstellend und der „Rennhunger“ meldete sich. Wir hatten bis dahin noch immer keine endgültige Rennplanung aufgestellt. Klar war allerdings, dass Michi wieder an der Startlinie stehen würde, sobald Fuß und Coach das OK geben. Die Entscheidung für das erste Rennen fiel dann sehr spontan auf den Ironman 70.3 St.George Anfang Mai!

8. Platz IRONMAN 70.3 St. George (North American Championship)

Fotocredits: Finisherpix

Vielleicht war es etwas riskant, gleich ein Championship Rennen in Amerika als „Comeback-Wettkampf“ und Standortbestimmung zu wählen. Doch Michis Fuß hatte alle Testtrainings gut bestanden und nun galt es herauszufinden, wie es um ihre Form tatsächlich bestellt war…und wie heißt es so schön: wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Michi zeigte in einem, wie erwartet, starkem Starterfeld eine solide Leistung in allen drei Disziplinen und erreichte am Ende als erste Europäerin den 8.Platz. Wir waren mit der Performance und diesem Top 10 Ergebnis nach der längeren Wettkampf-Pause und in Hinblick auf den erheblichen Trainingsrückstand beim Laufen sehr zufrieden. Die Richtung stimmte!

Wir mussten allerdings zur Kenntnis nehmen, dass Training und Wettkampf zwei Paar Schuhe sind und die Belastung in einem Rennen einfach eine Spur höher ist. Der sehr anspruchsvolle, bergige Halbmarathon auf Asphalt war doch noch etwas viel Stress für den Fuß. Geduld war weiterhin gefragt und es blieb uns nichts anderes übrig, als uns „dem Tempo des Fußes“ anzupassen…auch wenn das nach wie vor keine konkrete Saisonplanung bedeutete! Etwas zu übereilen und den Fuß demnach wieder zu überlasten würde keinen Sinn machen! Wir würden die Saison also weiterhin spontan gestalten und dem Fuß die nötige Zeit geben, die er braucht.
Dank regelmäßiger Stoßwellen-Therapie, Physio, sowie Barfuß-Wiesenläufe stabilisierte sich Michis Fuß wieder relativ rasch und wir entschieden uns für die nächste Renn-Belastungsprobe…
dieses Mal jedoch „nur“ auf der Kurzdistanz beim Linz Triathlon Anfang Juni.

1.Platz Linz Triathlon
Olympische Distanz

Foto Credits: Tri Your Life

Es war Michis erste Olympische Distanz seit fast 3 Jahren. Das ungewohnt kurze Rennen in ihrer alten Heimat Linz/OÖ, am Ort ihres ersten Triathlons 1999, bot sich ideal als Test und schnelle Trainingseinheit in mitten eines längeren Trainingsblocks an und sollte außerdem als Vorbereitung für den Ironman 70.3 Staffordshire am 10.6. dienen. Sehr gefordert durch die starke Radfahrerin Simone Kumhofer, entschied Michi schließlich auf der Laufstrecke den Sieg klar für sich und belegte den 4.Gesamtplatz.

Foto Credits: Tri Your Life
Besonders erfreulich war, dass Michis Fuß die harten 10,5 Kilometer sehr gut verkraftete und sie nun zuversichtlich zum nächsten Wettkampf reisen konnte…

 

4.Platz Ironman 70.3 Staffordshire

Der Grund für die Reise nach England war einerseits, weitere Rennpraxis beim Ironman 70.3 in Staffordshire zu sammeln und zum anderen, unseren Coach Alun Woodward nach langer Zeit endlich wieder einmal zu treffen. Unter den „strengen Augen des Trainers“ 😉 zeigte Michi von Anfang an wieder eine solide Leistung und belegte im Feld der schnellen Britinnen (unter anderem 70.3 Vize-Weltmeisterin Emma Pallant) einen guten, aber den bekanntlich – etwas undankbaren- 4.Platz.

Foto Credits: Finisherpix

Michi zum Rennen:
„Es war ein schönes und hartes Rennen, das schon etwas aufregend begann: kurz vor 07:00 Uhr brach plötzlich dickster Nebel über den Chasewater Lake herein. An ein Schwimmen war nicht mehr zu denken und der Start wurde kurzer Hand auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Ich konnte mit der unerwarteten und ungewissen Situation gut umgehen, war aber sehr froh, als es dann nach 1h Wartezeit im Startkorridor (im Neopren und dicker Jacke) endlich losging und das Rennen regulär, ohne Verkürzung der Schwimmstrecke, gestartet werden konnte. Ich fühlte mich von Beginn an gut und führte lange Zeit die erste Verfolgergruppe beim Schwimmen an. Schließlich stieg ich als 3.Dame aus dem Wasser und wechselte zeitgleich mit Emma Palllant aufs Rad. Auf der sehr anspruchsvollen Radstrecke verlor ich zunächst noch eine Position an Nikki Bartlett und eine weitere an Ironman Lanzarote Siegerin Lucy Gossage, die ich aber bis ca. Kilometer 65 immer in Sichtweite hatte. Im letzten Drittel büßte ich leider nach ganz vorne noch einiges an Zeit ein, konnte dafür aber die, nach dem Schwimmen Führende Fanela Langridge überholen. Ich ging als 4.Dame auf den abschließenden, sehr verwinkelten Halbmarathon. Die ersten zwei Plätze waren klar an Pallant und Bartlett vergeben, danach entwickelte sich aber ein heißer Kampf um den letzten Podiumsplatz. Bis Kilometer 14 hatte ich sehr gute Laufbeine und es gelang mir, mich auf Position 3 vorzuarbeiten. Doch in der letzten Laufrunde erlebte ich dann plötzlich einen ziemlich unerwarteten, heftigen Kräfteeinbruch. Im Nachhinein betrachtet, war dieser wohl auf eine etwas mangelhafte Energieversorgung beim Radfahren zurückzuführen…ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte und für den man meist irgendwann später im Rennen bezahlen muss! Ich musste jedenfalls büßen und wurde letzten Endes wieder von Fanela Langridge überrannt. Ein 4.Platz fühlt sich immer etwas bitter an, besonders wenn man den Podestplatz schon hatte und ihn dann um weniger als 1 Minute wieder verliert. Aber so ist der Sport und es ist eben erst vorbei, wenn es vorbei ist 😉 …trotzdem ist das Resume alles in allem positiv: es geht weiter aufwärts mit Form und Fuß! Dieses Mal steckte ich den Halbmarathon schon um Vieles besser weg, als noch vor 4 Wochen in St.George.“

Foto Credits: Finisherpix

Kurzer Ausblick:

Nach dem letzten Renn-Wochenende wollten wir endgültig entscheiden, ob wir die Qualifikation für die Ironman WM auf Hawaii 2018 noch weiter probieren. Um die Chance auf Hawaii zu wahren, wäre auf jeden Fall ein Ironman Anfang Juli nötig, ansonsten würde es mit dem Punktesammeln für das Kona-Pro -Ranking knapp werden. Aber auch wenn sich die Dinge nun gut entwickeln, müssen wir einsehen, dass eine Langdistanz – oder besser gesagt, ein Marathon- zum jetzigen Zeitpunkt, nach der Verletzung, einfach noch eine zu große Belastung für Michis Fuß darstellen würde. So groß Wille und Wunsch, wieder bei der WM auf Hawaii dabei zu sein auch sind, muss die Vernunft im Moment die Oberhand behalten – vor allem auch in Hinblick auf ihre weitere sportliche Zukunft.
Michi: „Natürlich fällt mir diese Entscheidung nicht leicht und tut es mir leid, dass ich dieses Jahr beim Ironman Austria nicht am Start bin. Doch ich möchte erst wieder eine Langdistanz in Angriff nehmen, wenn ich zu 100% fit und zu 100% in Form bin und dazu brauche ich einfach noch ein paar Wochen mehr Zeit!“

Der Fahrplan für die nächsten Wochen sieht nun wie folgt aus:

24.06. Mitteldistanz Chiemsee
08.07. Ironman 70.3 Schweden
22.07. Mitteldistanz TrumerTriathlon

Wir freuen uns, wenn ihr unsere Projekte/ Wettkämpfe hier weiter mit verfolgt!

Bis bald, Michi & Dani